Wartung einer Gasbrennwertanlage mit Solar-WW-Speicher
Hallo Blogger,
diese Gabrennwertanlage (Vitodens200) von Viessmann, in Kombination mit einem bivalenten WW-Speicher benötigt die jährliche Inspektion und Wartung. Bivalent bedeutet, der WW-Speicher wird unterstützend über zwei Flachkollektoren auf dem Dach mit Wärme versorgt.
Soviel zur Anlagencharkteristik, nun zur Wartung
Bei der Solaranlage ist die Wartung nicht aufwendig. Hier wird der Anlagendruck und der Vordruck des Ausdehnungsgefäßes überprüft. Das Wärmeträgermedium im System muss jährlich überprüft werden. Hier gilt es den Glykol-Gehalt im Wärmeträgermediu zu überprüfen. Denn im Winter bei lausigen Temperaturen darf das Wärmeträgermedium nicht einfrieren. Die Folge wären schwere Frostschäden an den Kollektoren. Überprüft werden kann das mit dem Gerät auf dem Foto und dauert ca. 30 Sekunden.
Wenn dieses erledigt ist und wir sicherstellen können, dass ausreichend Frostschutzmittel die Solaranlage nicht einfrieren lässt, haben wir unsere Arbeit an der Solaranlage schon erledigt.
Nun zur Heizungsanlage
Die eigentlichen Wartungschritte sind eigentlich nicht schwer, bedürfen allerdings ein wenig an Erfahrung. Laut Wartungsanleitung von Viessmann sind die Wärmetauscherflächen zu reinigen. Nun dazu müssen wir erst einmal den Brenner ausbauen (hier ist darauf zu achten das alle 2 Jahre die Brennerdichtung zu erneuern ist). Die Reinigung der Wärmetauscherflächen ist simpel und einfach zu erledigen. Der Wärmetauscher wird mit Wasser ausspült und eventuell starke Rückstände mit einem Lappen entfernt (keinen öligen Lappen verwenden). Den Brenner kann auch mit einem Lappen gereinigt werden, bei groben Verschmutzungen kann er auch mit Wasser ausgespült werden. Jetzt nur noch den Siphon reinigen aber unbedingt darauf achten, dass dieser vor wieder Inbetriebnahme mit Wasser gefüllt wird. Ansonsten kann durch den offenen Siphon Abgase entweichen. Das ist ersten nicht Gesund und zweitens werden bei der anschließenden Abgasmessung völlig falsche Messergebnisse angezeigt.
Den Abgasen auf der Spur
Der Anschlussdruck ist zu messen, aber bitte nur als Fließdruck bei maximaler Geräteleistung. Ein Brennwertgerät wird nicht über maximale und minimale Düsendrücke einreguliert. Der Hersteller gibt für die jeweilige Gasart maximale CO2-Werte vor.
Ein Beispiel: Im Versorgungsgebiet eines Gasversorgers wird Erdgas E (H) geliefert. So beträgt der maximale CO2 Wert 11,8-12,1%. Der Gasgerätehersteller gibt daraufhin einen maximalen CO2-Wert bei maximaler Heizleistung von 9,5% CO2 an. Dieser CO2-Wert ist dann über ein Abgasanalysegerät einzustellen.
Bevor das Gerät wieder in Betrieb genommen werden kann überzeugen wir uns aber erst einmal ob alle elektrischen Steckverbindungen richtig verbunden sind. Das gilt natürlich auch für die Gasverschraubungen und Prüföffnungen.
Zu messen und einzustellen ist bei diesem Gerät jeweils bei der minimalsten und maximalsten Wärmeleistung. Der mindest Fließdruck gemessen vor der Gasarmatur beträgt bei der Vitodens 200 17 mbar. Der einzustellende CO2-Wert beträgt laut Herstellerangaben im maximalen sowie bei der minimalen Geräteleistung 9,5% . Dieser darf bis zu 1% abweichen, andernfalls muss die Gasmenge angepasst werden.
Nach der erfolgten Abgasverlustmessung, muss noch eine weitere Messung durchgeführt werde. Die aber auch nur dann, wenn die Verbrennungsluft über den sogenannten Ringspalt zugeführt wird. Dies ist z.B. bei konzentrischer Abgasführung so üblich., auch LAS-System (Luft-Abgas-System) genannt.
Wenn jetzt die Messsonde unseres Messgerätes in das Messloch für die Verbrennungsluft gesteckt wird, muss der angezeigte Wert für O2 bei 21% liegen. Kleinere O2-Werte sind nur in einem Bereich bis maximal 20,8% akzeptable. Werden geringere O2-Werte gemessen muss das Abgassystem überprüft werden da sich irgendwo im Abgassystem eine Undichtigkeit befindet und Abgase in die Verbrennungsluft gelangen.
Abschließend müssen dann nur noch sämtliche Sicherheitsventile der Anlage überprüft werden. Haben wir keine weiteren Mängel an der Anlage festgestellt, dann war es das schon mit der Wartung. Wer gewissenhaft die beschriebenen Schritte abgearbeitet hat, der wundert sich das für die Wartung knapp zwei Stunden benötigt wurden. Wenn im nächsten Jahr die Speicheranode gewechselt werden muss, dann werden wir bestimmt noch etwas länger an Zeit benötigen.
Tags: Ausdehnungsgefäß, Gasanlage, Messen, SBZ-Monteur, Sengebusch, Sicherheitsventil, Solar, Solarkollektor-Anlagen, Speicher, Störung, Vordruck, Wartung, Wartung und InstandhaltungSie können alle Kommentare zu diesem Eintrag verfolgen durch den RSS 2.0 Feed. Sie können Antworten hinterlassen, oder Trackbacks von Ihrer eigenen Site.










Juli 10th, 2009 at 19:20
Herrlich wie das Thema hier Beachtung findet.
Februar 18th, 2010 at 22:26
Hallo, keine Antwort, sondern die Frage: was könnte die hier beschriebene ca. 2 stündige Wartung ca. kosten? Für die Wartung von Heizung und Solaranlage mit Korrosionsschutz für das Brennwertgerät sowie Korrosionsschutz und Anodentausch für die Solaranlage waren bei mir 570 Euro fällig. Kam mir ein bißchen heftig vor. Gibt es da Erfahrungswerte?
traudl
Februar 21st, 2010 at 18:27
Hallo
also wir hatten bei uns immer eine Wartungspauschale. Diese lag immer so zwischen 150und 200€ jeh nach Anlage(kW). 570€ hört sich natürlich ziemlich fett an.Zum Thema Speicheranode: wie wäre es denn malmit einer Fremdstromanode? diese brauch wenigstens nicht alle 2 Jahre überprüft werden( zumindestens nicht so zeitaufwendig) spart Zeit und Geld. Jetzt kommt aber noch von mir eine Frage: was soll der Korrosionsschutz für die Brennwertanlage sein?
August 16th, 2010 at 08:49
“Hier gilt es den Glykol-Gehalt im Wärmeträgermedium Wasser zu überprüfen”
August 16th, 2010 at 21:17
Ist natürlich vollkommener Blödsinn, des wegen ist es auch schon geändert.