Erklär mal: Vorrangumschaltventil oder Dreiwegeventil auch Hydraulikschalter

Eines haben alle drei Ausdrücke gemeinsam, nämlich die Funktionsweise. Kurz und knapp beschrieben klingt das so:

Bei einer entsprechenden Anforderung, schaltet (fährt) das Ventil und öffnet (schließt) dabei entweder den Heizungskreislauf über die Heizkörper, oder einen zweiten Wärmetauscher für das erwärmte Trinkwasser.

In der Langversion klingt das dann so:

Das Vorrangumschaltventil (VUV) schaltet entsprechend der gewünschten Betriebsart den Geräterücklauf hydraulisch zwischen Heizungsanlage und interner/externer Warmwasserbereitung um. Das VUV ist im hydraulischen Vorlauf des Gerätes eingebaut. Ein Motorantrieb sorgt für die Umschaltung des Ventilkörpers innerhalb des Umschaltventils. Der Ventilkörper hat die Form eines Zylinders. Er wechselt je nach gewünschter Betriebsart seine Position zwischen zwei Ventilsitzen,wobei er den jeweils nicht benötigten hydraulischen Anschluss dicht verschließt.
Die elektrische Ansteuerung des Motorantriebes erfolgt durch die Geräteelektronik. Der Schrittmotor wird während der Fahrt von einer Endposition in die andere nicht durchgehend bestromt, sondern hält zwischendurch mehrmals kurz an. Damit werden Geräusche beim Schließvorgang vermindert.
Um ein Festsetzen des VUV zu verhindern, wird dieses in einem definierten Zeitraum einmal betätigt (d. h. von Endposition zu Endposition gefahren) und zwar nach 23 Stunden seit dem letzten Umschaltvorgang.

Eine “Mittelstellung” (Stellung zwischen den beiden Endpositionen) wird im Frostschutzbetrieb angefahren. Damit wird sowohl der Heiz- als auch der Warmwasserkreislauf durchströmt. Für eine schnellere Entleerung kann die „Mittelstellung“ auch über ein spezielles Prüfprogram angefahren werden.

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6 Kommentare zu Erklär mal: Vorrangumschaltventil oder Dreiwegeventil auch Hydraulikschalter

  1. Privatier-Rolf 7. Februar 2011 um 15:43 #

    guten Tag.Die Beschreibung klingt gut.Es blaiben aber noch Fragen.1. Wie hoch ist der Strohmverbrauch ? 2. wie groß ist der Anschluß ,zb. 3/4″ ? Wie groß ist die Durchflußöffnung ?

  2. Ulli 7. Januar 2014 um 18:54 #

    Moin,

    sehr interessante nachvollziehbare und sehr aufschlussreiche
    Erklärung der Funktionsweise … mit der Schnittzeichnung/Abbildung und der Grafik.

    Fragen: lässt sich das VUV auch zerlegen und gibt es im Schadensfall Ersatzteile für eine Reparatur?
    Mein VUV, ca. 4 Jahre alt, macht n u r bei der Warmwasserentnahme ein mechanisches Geräusch … lautes “Knack” (Schlag, eine Art Knall .. also k e i n e Verpuffung).
    Für eine ausführliche Antwort mit evtl. Unterlagen/Zeichnungen auch direkt an meine EMAIL wäre ich sehr dankbar.

    Grüße Ulli

  3. kleinesRädchen 9. März 2017 um 8:47 #

    Hallo, sehr gut erklärt, danke dafür.
    Habe den Thermoblock Klassik IIVC195/2 E-C von Vaillant, wieder mal kein Warmwasser. Wenn ich den Heizbetrieb ausschalte und nur Warmwasser anstelle, dann lädt der und lädt der ohne Ende, springt kurz an geht wieder aus (Brennersperre nach Ladevorgang), Wasser bleibt kalt! paradoxerweise : die aufgedrehten Heizkörper werden knalleheiß, obwohl Heizbetrieb aus..!!?Habe den Mechaniker vor einem Jahr hier gehabt mit Gehilfen, (der u.a. einen Wandlampenanschluss gemessen hat im anderen Raum…..?????) Er ist 6 (!) mal angereist und hat mir 1000€ berechnet, hat verzweifelt gesucht wirklich ratlos wie ein Blinder. Fazit, dieselbe Chose nochmal? Bin ziemlich ratlos, tippe auf dieses VUV bzw. dessen Motor. Was kann es sonst noch sein, damit ich gewappnet bin….?

    • Richard Klein 15. März 2017 um 22:04 #

      Hallo ‘kleines Rädchen’,

      bei meiner VC 205/3-E von Vaillant besteht das gleiche Problem.

      Mein Handwerker, ein Vaillant-Enthusiast, den ich für sehr befähigt halte hat nach mehreren Versuchen noch keine Lösung finden können.
      Die Heizung ist etwa 10 Jahre lang tadellos gelaufen. Seit 3 Jahren passiert es immer wieder, dass das VUV festhängt, was zu den von Ihnen beschriebenen Symptomen führt.
      Diese entstehen, weil der Brenner auf die Anforderung für Warmwasser reagiert, das erhitzte Wasser jedoch aufgrund des in falscher Stellung hängenden Ventils in den Heizkreislauf gepumpt wird. Der Brenner geht dann immer wieder an und aus, weil er zwar immer weiter Anforderung hbekommt, ein Thermofühler aufgrund des kochendheißen Wassers im Heizkreislauf ihn aber immer wieder stoppt.
      So würde das dann wohl ewig weitergehen, wenn man nicht händisch das Ventil umschalten oder ein neues einbaue würde. Allerdings ist das Problem sogar sofort nach Einbau eines neuen Ventils wieder aufgetreten,- ich habe mittlerweile das dritte Ventil innerhalb von etwa einem Jahr drin.
      Der Fehler tritt fast immer nach Beifüllen von Wasser in den Heizkreis auf, aber sporadisch auch sonst. Manchmal ist ein paar Monate Ruhe, dann wieder passiert es dreimal pro Woche.

      Bei händischem Umschalten empfinde ich die Ventile als sehr schwergängig und kann mir gut vorstellen, dass der Stellmotor mit seiner in Kunststoff eingeschraubten Stellstange schlappmacht.
      Vielleicht stimmen aber auch nach dem Beifüllen die Druckverhältnisse nicht, so dass der Stellmotor einen zu hohen Widerstand für den er nicht ausgelegt ist überwinden muss!?

      Also: guter Rat ist willkommen!

      Grüße
      Richard Klein

      • Loeti 19. März 2017 um 12:23 #

        Hallo,

        vom Installateur ist zu prüfen ob die Wärmeanforderung WW auch von der Elektronik verarbeit wid. Dazu kann er den Diagnose Code d.35 prüfen. Bei einer WW Anforderung müsste im Display 1 für WW stehen. Ist dies nicht der Fall sollte der Flügelradsensor (Wasserschalter) gewechselt werden.

        Viele Grüße

        • Richard Klein 20. März 2017 um 23:14 #

          Hallo ‘Loeti’,

          danke für den Hinweis!
          Das werde ich prüfen lassen.

          Es gibt auch die Meinung, dass die Wasserqualität in der Anlage für das Problem verantwortlich sein könnte, indem Schwebstoffe etc. das VUV schwergängig machen.
          Dies kann ich ich mir allerdings nur sehr schwer vorstellen …

          Grüße
          Richard Klein

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