Ich hab' nen Viertakter im Keller!

Richtig gelesen! Der Viertakter steht im Keller und nicht in der Garage ist also nicht mein neues Auto, das Ding ist auch kein Rasenmäher oder so etwas. Mein Viertakter ist eine Stromerzeugende Heizung. Was? Schon richtig, meine Heizung erzeugt nicht nur Wärme sondern auch Strom.

Der erzeugte Strom wird nicht wie bei der Photovoltaik üblich eingespeist, sondern wenn möglich selbst verbraucht. Das macht die Geschichte auch so effizient gegenüber der getrennten Erzeugung von Wärme und Strom in einem Kraftwerk. Mit dieser Art der Wärme und Stromerzeugung spare ich 32% Primärenergie gegenüber der getrennten Erzeugung in einem zentralen Großkraftwerk ein. Mit anderen Worten heißt das: Die hohen Verluste von mehr als 60 %, die bei der konventionellen Energieversorgung (getrennte Erzeugung von Strom und Wärme) entstehen werden bei der Kraft-Wärme-Kopplung vermieden. So reduziert mein KWK-System den Primär-Energieverbrauch um fast ein Drittel durch die doppelte Nutzung der eingesetzten Energie und die geringen Verluste von etwa 8-10 %.

Aber wie funktioniert denn nun eine stromerzeugende Heizung? Ist eigentlich ziemlich simple, denn speziell entwickelte Gas-Verbrennungsmotoren treiben einen Generator zur Stromerzeugung an. Die dabei entstehende Abwärme wird zur Heizung und Warmwasserbereitung verwendet. Quasi wie bei einem Auto, dort übeträgt man die Kraft über die Kurbelwelle zu einem Getriebe, dass dann wiederum die Antriebsräder antreibt. Bei einem Auto wird jedoch der mechanische Anteil der Kraft benötigt, nicht die Wärme die muss, damit der Motor nicht den Hitzetod stirbt über einen Kühler (Wärmetauscher) an die kühlere Umgebung abgeführt werden. Nebenbei wird noch die Lichtmaschine (Generator) angetrieben damit die elektrischen Verbraucher mit Energie versorgt werden. So ein Verbrennungsmotor für ein Auto besitzt bei den heutigen modernen Konstruktionen einen Wirkungsgrad von 30-35%. Echt lächerlich, bezogen auf meine stromerzeugende Heizung. Obwohl, ich muss schon zugeben, der Vergleich hinkt dann doch ein wenig. Bei einem Auto steht nun mal die mechanische Antriebsenergie im Vordergrund, mit den entsprechenden Verlusten durch das Getriebe etc.. Meine Heizung erzeugt die Wärme für mein Gebäude und nebenbei macht sie halt Strom.

Nun ist auch schon klar, dass nur dann Strom produziert wird, wenn gleichzeitig auch Wärme benötigt wird. Man spricht, dann von der “Wärmegeführten Betriebsweise”. Alle privat betriebenen BHKW’s in Wohngebäuden werden mit dieser Betriebsweise gefahren. Grundsätzlich gilt: Je höher der ganzjährige Strom- und Wärmebedarf eines Gebäudes ist, desto größer
ist auch die Wirtschaftlichkeit des BHKW’s. Der Jahresverlauf des Wärmebedarfs bestimmt die Betriebsstundenzahl. Je höher diese ist, desto schneller amortisiert sich die Investition gegenüber anderen Heizsystemen mit regerativem Anteil (z. B. Wärmepumpe oder solarer Heizungsunterstützung).
Ausschlaggebend für den maximalen Erlös aus der Stromproduktion ist dabei die Eigennutzung des selbst erzeugten Stroms. Denn Strom den ich erst gar nicht kaufen muss erspart mit ca.:23Cent/kwh. Zudem bekomme ich aus dem KWK-Gesetz für 10 Jahre noch einmal 5,11Cent/kwh “on the Top” + 0,4-1,5Cent/kwh für sogenannte “vermiedene Netzkosten”.  Davon abziehen muss ich die Erzeugungskosten ca.: 8Cent/kwh und die Wartungskosten von 5-8Cent/kwh.

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