Meldungen aus der SHK-Szene

Maximale Sicherheit: Wichtige Kontrollen beim Heizen mit Gas

Knapp die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland wird mit Erdgas beheizt. Das geht aus einer Studie des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) aus dem Oktober 2016 hervor. Damit die Gasheizung nicht nur effizient, sondern auch sicher arbeitet, müssen Leitungen und Geräte regelmäßig überprüft werden. Wie das genau abläuft, erklärt das Verbraucherportal www.intelligent-heizen.info.
Der Gas ganz Sicher Check

Der Gas ganz Sicher Check

Gas verbrennt in modernen Brennwertkesseln sauber und umweltschonend. Allerdings sind beim Heizen mit Gas einige Regeln und Sicherheitsauflagen zu erfüllen. In Deutschland sind dafür unter anderem die Technischen Regeln für die Gasinstallation (TRGI 2008), die Verkehrssicherungspflicht für Hauseigentümer und die Kehr- und Überprüfungsordnung der Schornsteinfeger maßgeblich.

Gasleitungen und -geräte einmal im Jahr in Augenschein nehmen

Laut Verkehrssicherungspflicht ist der Hauseigentümer oder Verwalter verantwortlich für die regelmäßige Überprüfung der Anlage. Kommt dieser seiner Aufsichtspflicht nicht nach, dann haftet er finanziell, falls jemand zu Schaden kommt. Der Gaskreislauf sollte einmal im Jahr überprüft werden: Sind die Hebel, Ventile und Anschlüsse frei zugänglich, sind alle Leitungen in Ordnung, brennt die Flamme im Gasboiler in durchgehendem Blau? Mit der Checkliste des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) können Laien die wichtigsten Schritte selber erledigen. Im Zweifelsfall sollte aber unbedingt das Urteil von Fachleuten eingeholt werden, anstatt Mängel zu ignorieren oder gar selbst Hand anzulegen.

Kontrollen durch Schornsteinfeger und Fachhandwerker

Fachlich zuständig sind sowohl die Schornsteinfeger und als auch die Fachhandwerker für Sanitär, Heizung und Klimatechnik (kurz SHK). Der Schornsteinfeger kontrolliert, dass die Abgase nicht zu viel Kohlenmonoxid enthalten und ungehindert aus dem Haus abziehen können. Der Handwerker reinigt die Anlage und überprüft, ob sämtliche Gasleitungen dicht sind. Laien können zwar riechen, wenn die Duftstoffe, die dem geruchsneutralen Erdgas beigemischt werden, in die Luft entweichen – ein feines Leck in der Leitung würden sie jedoch nicht finden.

Gründliche Kontrolle alle 12 Jahre

Die turnusmäßige Wartung der Anlage durch Schornsteinfeger und Handwerker findet meistens jährlich statt, je nach Anlage sind aber auch andere Intervalle möglich. Üblicherweise schließen Hausbesitzer dafür einen Wartungsvertrag mit einem zugelassenen Unternehmen. Vor der Inbetriebnahme einer neuen Anlage sowie alle 12 Jahre wird ein noch gründlicherer Check fällig. Die SHK-Verbände bieten das zum Beispiel unter dem Label „Gas ganz sicher“ im Rahmen des bundesweit angelegten Programms Wir checken für Deutschland an.

Beim Gas-ganz-sicher-Check bleibt kein Mangel verborgen.
Ein abschließendes Prüfprotokoll gibt Antwort u. a. auf folgende Fragen:
•    Ist die Belüftung der eingekasteten Leitungen vorschriftsmäßig?
•    Sind Korrosionsschäden vorhanden?
•    Sind die Gasleitungen unzulässigen mechanischen Belastungen ausgesetzt?
•    Werden Verbrennungsluft und Abgase nach Vorschrift zu- und abgeführt?


Studienergebnisse weisen energetische und wirtschaftliche Vorteile aus

Kosteneinsparungen durch Heizungsmodernisierung

Ob im Gebäudebestand nach einer Heizungsmodernisierung oder in Neubauobjekten, in nahezu allen Fällen führt der Einsatz individueller Heizungstechnik im Einfamilienhaus zu spürbaren finanziellen Vorteilen für den Endverbraucher – auch gegenüber der Fernwärme. Die Ergebnisse aus der Studie „Dezentrale vs. zentrale Wärmeversorgung im deutschen Wärmemarkt“ sind jetzt in einer neuen Broschüre der Allianz Freie Wärme veröffentlicht. Sie steht mit dem Titel „Energetische und wirtschaftliche Vorteile durch Heizungsmodernisierung“ unter www.freie-waerme.de zum kostenfreien Download bereit.

Heizungsmodernisierung lohnt sich

Bild: www.freie-waerme.de

Bild: www.freie-waerme.de

Allein schon die Heizungsmodernisierung im 150 Quadratmeter großen Einfamilienhaus mit veraltetem Niedertemperaturkessel lohnt sich: Betrachtet man danach die jährliche Einsparung bei den Energiekosten gegenüber dem Ausgangszustand, so spart man nur durch die neue Heizungsanlage mit Öl-/Gas-Brennwerttechnik jährlich 831 Euro (30,8 %). Gegenüber der Fernwärme betrachtet, und je nach Einbindung von Solarthermie, lassen sich nach der Modernisierung die Energiekosten um bis zu 1.096 Euro pro Jahr (40,7 %) senken – inkl. Einberechnung einer Preissteigerung über 20 Jahre.

Individuelle Beratung kann sich auszahlen

“Verbraucher sollten sich deshalb vor einer Entscheidung für die Nah- oder Fernwärme unbedingt vom Heizungs-Fachhandwerker beraten und die Vorteile individueller Heizungslösungen erklären lassen”, rät Andreas Müller, Hauptgeschäftsführer beim Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) in Sankt Augustin.

Im Neubau sind zwar die Investitionskosten gegenüber der Fernwärme höher. Dennoch lassen sich auch hier bei den durchschnittlich jährlichen Energiekosten, inkl. Einberechnung einer Preissteigerung über 20 Jahre, Einsparungen gegenüber Wärmenetzen erzielen. Je nach ausgewählter Heizungstechnik sind dies Kostensenkungen von 680 Euro/Jahr (25 %) bis 1.315,50 Euro/Jahr (48,5 %).


Präzise wie ein Messschieber: Zollstock mit spezieller Skala ermittelt in wenigen Schritten Durchmesser von bis zu 33 cm

Zollstöcke gehören zur Grundausstattung eines jeden Handwerkers, passen in jede Arbeitshose und sind kinderleicht zu bedienen. Häufig reicht ein normaler Meterstab im Berufsalltag jedoch nicht aus: Wenn etwa der Durchmesser von runden Gegenständen bestimmt werden soll, stößt ein gewöhnlicher Meterstab häufig an seine Grenzen, sodass nur noch ein Messschieber das Mittel der Wahl bleibt. Doch diese Geräte sind für gewöhnlich sehr teuer und führen – abgesehen von neuen Modellen mit Digitalanzeige – zu Messfehlern. Zudem lassen sich damit meist nur sehr kleine Objekte mit Durchmessern bis zu 8,5 cm bestimmen. Die Neue Technologie Neugärtner und Partner GmbH hat deshalb den Zollstock Knakke entwickelt, der zusätzlich zur Längenmessfunktion in wenigen Schritten den Durchmesser von zylinderförmigen Objekten von bis zu 33 cm bestimmen kann.

Während mit herkömmlichen Messschiebern lediglich Objekte mit einem Durchmesser von bis zu 8,5 cm vermessen werden können, lässt sich der Zollstock unter anderem auch bei Rohren von bis zu 33 cm Durchmesser einsetzen. Bild: Neue Technologie Neugärtner und Partner GmbH

Während mit herkömmlichen Messschiebern lediglich Objekte mit einem Durchmesser von bis zu 8,5 cm vermessen werden können, lässt sich der Zollstock unter anderem auch bei Rohren von bis zu 33 cm Durchmesser einsetzen. Bild: Neue Technologie Neugärtner und Partner GmbH

Als der Unternehmenssitz der Neue Technologie Neugärtner und Partner GmbH im Jahr 2008 aufwendig saniert werden sollte, stand Firmengründer und Softwareentwickler Mario Neugärtner vor dem Treppengeländer und damit vor einem Problem: „Der Handlauf sollte erneuert werden. Dazu mussten wir allerdings erst einmal feststellen, welchen Durchmesser das Geländer überhaupt hat.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte der Geschäftsführer jedoch keinen Messschieber zur Verfügung. Damit ging es Neugärtner wie vielen Handwerkern: Der Zollstock befindet sich durch seine praktischen Maße fast immer in einer Tasche der Arbeitshose, der Messschieber dagegen liegt im Auto und muss erst geholt werden, was wiederum Zeit und damit Geld kosten kann. Zudem hält ein mechanischer Messschieber das Abbesche Komparatorprinzip nicht ein, das bei Längenmessgeräten für die nötige Präzision sorgt und unabdingbar ist, um Fehler zu vermeiden. Das führt beim Bestimmen von Außen- und Innendurchmessern zu Kippfehlern erster Ordnung und damit zu Ungenauigkeiten. Die mittlerweile auf dem Markt erhältlichen digitalen Instrumente umgehen diese Fehlerquelle zwar, sind häufig jedoch teuer.

Neugärtner, dessen Unternehmen eigentlich Software für die Baubranche entwickelt, suchte deshalb nach einer unkomplizierteren Lösung und kam schließlich auf die Idee, einen Zollstock mit verschiedenen Skalen zu entwickeln. Dabei griff der Geschäftsführer auf ein bereits seit über 2.000 Jahren bekanntes mathematisches Prinzip zurück: Sind die Längen aller drei Seiten eines Dreiecks bekannt, kann auch der Durchmesser des Inkreises berechnet werden. Die Seiten des Dreiecks fungieren dabei als Tangenten und berühren den einbeschriebenen Kreis an jeweils einem Punkt. Der Softwareexperte entwarf daraufhin ein Programm zur Berechnung des Durchmessers und übertrug diese Werte anschließend auf die Skala eines gewöhnlichen Zollstocks.

Diameter von bis zu 33 cm messbar

Während sich auf der Vorderseite des Knakke nun nach wie vor die bekannte Meterskala befindet, ist auf der Rückseite die von Neugärtner berechnete Diameterskala zu finden. „Soll der Durchmesser eines Objektes bestimmt werden – das kann ein Leitungsrohr sein oder jeder andere zylinderförmige Gegenstand – müssen lediglich mindestens drei Teile des Zollstocks aufgeklappt und dieser wie ein Dreieck um den Gegenstand gelegt werden, sodass das Rohr von allen drei Seiten berührt wird“, erläutert Neugärtner die Vorgehensweise. „Ein Pfeil deutet millimetergenau auf den Durchmesser hin. Besteht Bedarf, kann der Durchmesser auch in Zoll bestimmt werden.“ Für Objekte mit größerem Durchmesser werden mehr Glieder des Meterstabs ausgeklappt. Das ermöglicht es dem Handwerker, Durchmesser von bis zu 33 cm mit hoher Präzision zu bestimmen. Zum Vergleich: Ein Messschieber kann im Normalfall Objekte mit einem Diameter bis zu 8,5 cm erfassen; bei manchen Geräten sind auch bis zu 15 cm möglich. Daneben verfügt der Knakke über eine weitere Besonderheit: Mit ihm lässt sich das Trockenbaumaß bestimmen, was auch hier die Anschaffung teurer Messgeräte in vielen Fällen überflüssig macht.

Der Zollstock wird in Deutschland von der Stabila Messgeräte Gustav Ullrich GmbH hergestellt und besteht aus robustem Buchenholz, das sich seit Jahren für die Herstellung von langlebigen Meterstäben bewährt hat. Von der Qualität und der einfachen Handhabung des Zollstocks konnten sich bereits zahlreiche Handwerker überzeugen: Neugärtner ließ seine Erfindung von Kunden im Baumarkt testen. „Die Rückmeldungen waren bisher durchweg positiv – sowohl von professionellen Handwerkern als auch von Hobbyheimwerkern“, so der Geschäftsführer. Die IHK Thüringen nominierte das Unternehmen zum Wirtschaftspreis 2016/2017; zudem erhielt der Knakke europaweit bereits zahlreiche Auszeichnungen.  Für die innovative Erfindung sichert sich die Firma nun Patentrechte auf der ganzen Welt.

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