Was ist eine Einspeisereduzierung bei PV-Anlagen

PV-Anlagen, die nach 2011 installiert wurden, unterliegen ggf. der Einspeisereduzierung und müssen in ihrer Einspeiseleistung am Netzverknüpfungspunkt (Unterverteilung Stromzähler der Kundenanlage) begrenzt werden.
Dabei wird überschüssige Energie zuerst in den Batterien eines Bateriespeiechersystems gespeichert. Durch diese Maßnahme erhöht sich der direkte Eigenverbrauch. Wenn diese Maßnahmen nicht zur gewünschten Reduzierung führen, dann wird eine Drosselung der Energieerzeugung vorgenommen.
Die Einspeisereduzierung der PV-Anlage wird bei der Inbetriebnahme durch die Festlegung der maximalen prozentualen Einspeiseleistung und der Spitzenleistung der Photovoltaik-Anlage innerhalb der Regler-Software aktiviert. Wird
die prozentuale Einspeiseleistung auf 100% festgelegt, ist die Einspeisereduzierung deaktiviert.
Im folgenden Beispiel darf die Einspeiseleistung 6kW nicht überschreiten. Unten ist beispielhaft die Erzeugung der PV-Anlage während eines Tagesverlaufs dargestellt.

Einspeisebegrenzung auf 60% der Nennleistung Grafik: Vaillant

Einspeisebegrenzung auf 60% der Nennleistung Grafik: Vaillant

1. Erste Maßnahme: Ladung des Speichersystems.
2. Zweite Maßnahme: Zuschaltung von Spitzenverbrauchern per Funksteckdose.
3. Dritte Maßnahme: Zuschaltung von Verbrauchern, die an den Eigenverbrauchsschalter angeschlossen sind.
4. Mittagsspitze, die nicht ins Netz eingespeist werden darf.

Um eine Drosselung der Erzeugung und somit einen Energieverlust zu vermeiden, wird die überschüssige Energie zuerst im Speichersystem gespeichert (1) und der Verbrauch durch die Zuschaltung von Verbrauchern ((2) und (3)) erhöht. Erst wenn diese Maßnahmen nicht zur gewünschten Begrenzung führen, wird eine Drosselung der Erzeugung vorgenommen.
Die folgenden Maßnahmen werden nacheinander vom Regler des Batteriespeichersystems aktiviert, um die Einspeisereduzierung zu realisieren. Die einzelnen Maßnahmen werden nacheinander ergriffen. Nur wenn eine Maßnahme nicht zur gewünschten Reduzierung führt, wird die nächste Maßnahme eingeleitet.
Ladungsverschiebung
Um die Ladungsverschiebung zu nutzen, erstellt der Regler des Batteriespeichersystems eine Prognose des Energieertrags der Photovoltaik-Anlage für den nächsten Tag. Hierzu wird der in der Software eingegebene Standort an einen Server übermittelt. Der Server berechnet aus historischen Verbrauchs- und Ertragswerten und in Kombination mit einer Wetterprognose den wahrscheinlichen Überschuss. Basierend auf den Berechnungen des Servers werden die entsprechenden Werte zur Reduzierung der Ladeleistung in den Morgenstunden an das Batteriespeichersystem übermittelt. Dabei wird berücksichtigt, dass noch genügend freie Restkapazität zur Mittagszeit zur Verfügung steht.
Zuschaltung von Verbrauchern
Im Internetportal können sogenannte Spitzenverbraucher definiert werden. Diese Spitzenverbraucher werden aktiviert, sobald die maximale prozentuale Einspeiseleistung überschritten wird. Nach einer Unterschreitung der maximalen
prozentualen Einspeiseleistung von mindestens 3 Minuten, werden die Spitzenverbraucher wieder deaktiviert.
Aktivierung des Eigenverbrauchsrelais
Am Schaltausgang des Eigenverbrauchsrelais fest verdrahtete elektrische Verbraucher werden zugeschaltet.
Reduzierung der Leistung der Photovoltaik-Anlage
Über einen optional nachrüstbaren oder werksseitig integrierten Schaltkontakt am Wechselrichter kann dieser auf eine festgelegte Leistungsabgabe begrenzt werden. Der Wechselrichter muss die Leistungsreduzierung über einen Schaltkontakt oder eine externe Lösung (z. B. SolarLog® oder Sunny Home Manager) unterstützen. Die Konfiguration und der Anschluss muss von einem qualifizierten Fachhandwerker durchgeführt werden. Die notwendige Qualifizierung hat z.B. ein Elektriker mit entsprechender Hersteller Zusatzqualifikation.  Die Reduzierung sollte immer über einen externen Energiemanager erfolgen, welcher über eine Eigenverbrauchsmessung verfügt. Die Leistung der PV-Wechselrichter kann somit “modulierend” bis zur vollständigen Abschaltung reduziert werden.
Abschaltung der Photovoltaik-Anlage
Im Falle einer Unwirksamkeit aller vorgenannten Maßnahmen (Überschreiten der maximalen Einspeiseleistung trotz Aktivierung aller genannten Punkte im 10 Minuten Durchschnitt). Die PV-Anlage bleibt dabei einen konfigurierbaren Zeitraum (mind. 5 Minuten) vom Netz getrennt und wird danach automatisch wieder freigegeben.

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