Anerkennung des deutschen Meistertitels innerhalb der EU

Die Europäische Union hat den deutschen Meisterbrief als Spitzenqualifikation (Best Practice) in Europa anerkannt. In der EU-Richtlinie über die Anerkennung von Berufsqualifikationen werden die Meisterbriefe in Stufe 3 (Diplom kurzer Studiengang) eingeordnet. Diese Richtlinie tritt bis Ende November 2007 in Kraft. Damit ist der Meistertitel mit dem Fachhochschulabschluss (Bachelor) auf einer Stufe angesiedelt.

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10 Kommentare zu Anerkennung des deutschen Meistertitels innerhalb der EU

  1. Tom 6. Februar 2008 um 1:11 #

    Diese Information dass der Meisterbrief einem Hochschulabschluss gleichgestellt sei, ist nicht korrekt, Hochschulabschlüsse sind in Stufe 5 der Richtlinie eingeordnet, nicht in Stufe 3. Der Artikel ist eine Kombination aus einer fantasievollen ZDH-Presseerklärungen und zusätzlichen unbelegten Informationen.

  2. Loeti 6. Februar 2008 um 18:27 #

    Hallo,
    vielen Dank für die kritische Anmerkung zum Blog- Eintrag.
    Wir freuen uns, wenn unsere Artikel zum Diskutieren anregen.

    Europäisch und nicht national wurde der Meistertitel aufgewertet, bzw. unterhalb eines Hochschulabschlusses angesiedelt.
    Hier ein Zitat aus dem Deutschen Handwerkskammerblatt:
    „Die deutschen Meisterausbildungen sind damit nunmehr in der Anerkennungsrichtlinie der dritten Qualifikationsstufe zugeordnet, die unmittelbar unter einem Fachhochschulabschluss angesiedelt ist. Die Einstufung ist insbesondere für die Frage von Bedeutung, welche Ausbildung Handwerker aus anderen Mitgliedstaaten mitbringen müssen, um sich in Deutschland niederlassen zu können.“

    Der Hintergrund der zur Aufwertung des Meistertitels geführt hat, wird so begründet:
    „Das europäische System der Berufsbildung kennt fünf Stufen, wobei die fünfte die höchste Stufe ist. Die Meisterabschlüsse wurden bisher überwiegend in die zweitniedrigste Stufe eingeordnet, lediglich die Gesundheitshandwerke sind bereits – unmittelbar unter den universitären Abschlüssen – der dritten Stufe zugeordnet.“
    ZDH – Handwerkskammer Präsident Kentzler hat auf einem Treffen am 14.06.2007 in Dortmund folgendes gesagt:
    „Deutschland hat ein System der beruflichen Bildung, das in der EU allgemein als Best Practice gilt. Was aber tun wir, wenn in einem anderen Land niemand etwas mit dem Titel Handwerksmeister anfangen kann?“ Es würde helfen, wenn der Meister eine Bezeichnung hinzufügen könnte, die international gebräuchlich und anerkannt ist.
    Genau dafür haben sich die Wirtschaftsminister der Länder Anfang Juni bei ihrer Konferenz in Eisenach ausgesprochen. Handwerksmeister und Meister mit Zusatzqualifikationen würden mit ihrer hochwertigen, praxisnahen Fortbildung im fachlich-technischen Bereich, bei Betriebswirtschaft und Pädagogik den Anforderungen an einen solchen „Bachelor professional“-Abschluss entsprechen, hieß es.
    Mit dem Handwerksmeister und dem Zusatz in Klammern (Bachelor professional) würde das Handwerk also einen international anerkannten Abschluss gewinnen. „Das Handwerk kann damit leistungsorientierten Schulabgängern interessante Karrieremöglichkeiten bieten – weltweit!“, betonte Kentzler.

    Fakt ist auch, dass jeder der seinen Meister „gemacht“ hat, eine große Verantwortung übernimmt. In der Gesellschaft steht der Meister für Top- Ausbildung sowie für vollbeschäftigte Mitarbeiter.
    Ein selbstständiger Handwerksmeister, ist nicht nur im technischen Sinne ein Meister seines Fachs, sondern auch Betriebswirtschaftlich, für den unternehmerischen Erfolg verantwortlich.
    Schließlich sind es die selbstständigen Handwerksmeister die den Motor der Wirtschaft am laufen halten.
    Grüße
    loeti

  3. Arnd 13. März 2008 um 16:29 #

    Hallo zusammen! Ich habe grade den Eintrag gefunden und habe dazu jetzt eine frage: darf sich ein deutscher Handwerksmeister den jetzt tatsächlich bachelor professionel nennen??

    Gruß, Arnd

  4. Loeti 14. März 2008 um 13:53 #

    Hallo,

    der deutsche Meistertitel wird nach wie vor im Inland „Meister“ genannt. Aber im europäischen Ausland, da darf sich jetzt ein deutscher Handwerksmeister „Bachelor Professionell“ nennen. Weil man im europäischen Ausland nichts mit dem Titel „Handwerksmeister“ anfangen kann. Dort gibt es nämlich keinen vergleichbaren Weiterbildungs- oder Studiengang.

    Grüße
    Loeti

  5. Klaus-Dieter 15. Dezember 2011 um 12:01 #

    Hallo,
    alle Meistertitel sind doch nicht gleich von der Ausbildungszeit und der Verantwortung. Der Gas- und Wasserinstallateurmeister in Hamburg dauert in Abendform 11 Semester.In welche Stufe werden wir denn eingeordnet? Wir müssen eigentlich in Sufe 4 eingeordnet werden.

    Das ist doch kein Friseurmeister.

    Gruß, Klaus-Dieter

    • Loeti 15. Dezember 2011 um 19:08 #

      Hallo,

      der Eintrag bezieht sich auf die Anerkennung des deutschen Meistertitels innerhalb der Europäischen Union. Die EU macht keine Unterschiede zwischen einen Friseur-Meister und einem Installateur- und Heizungsbau Meister.

  6. Sven 6. Dezember 2014 um 8:17 #

    Hallo,
    ich habe mich als Elektrotechnikermeister im Ausland beworben, um den Bau von Solarparks im Süden Europas zu überwachen. Diese gaben mir aber zu verstehen, dass ein Bachelor benötigt werden würde.
    Nach DQR und EQR bin ich als Meister genauso auf Niveau 6 wie ein Bachelor. Dazu kommt, dass die dort anfallende Arbeit in Deutschland von einem Gesellen mit mehrjähriger Berufserfahrung (Vorarbeiter) durchgeführt werden würde.

    Mein Engagement und meine Leistung habe ich Vorort schon unter Beweis gestellt und die Firmenleitung war sehr zufrieden mit mir. Sie hat aber bedenken mich als Elektriker einzustellen, da es auch einheimische Elektriker gibt und ich, da mein Meistertitel dort nichts zählt, nicht als deren Vorgesetzter eingesetzt werden kann. Nun habe ich die Möglichkeit den Job zu bekommen, wenn ich einen Nachweis erbringen kann, dass meine deutsche Ausbildung mit dem Bachelor gleichzusetzten ist.

    Nun meine Frage:
    Wie komme ich an solch eine Bescheinigung?

    • Loeti 7. Dezember 2014 um 16:25 #

      Hallo,
      dafür zuständig sind die europäischen Mitgliedstaaten. In Deutschland kann man sich auf folgender Web Seite informieren: http://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/handwerksmeister.php
      Europäisch ist der Meister in der Niveau Stufe 3 zugeordnet, d.h er ist eine Qualifikationsstufe höher wie ein Facharbeiter (Geselle) mit Prüfungsabschluss. Das wurde innerhalb der EU 2007 beschlossen. Seit 2007 wird politisch darum gstritten, oder der deutsche Meister innerhalb der EU den Titel „Bachelor Professionel“ führen darf, siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Bachelor_Professional

      viele Grüße
      Loeti

      • Hans Sarantoulakos 14. September 2018 um 12:21 #

        Hallo zusammen,

        ich bin seit 1998 in Griechenland taetig, habe mein Meisterbrief in Saarbruecken gemacht, arbeite aber weil sie in Griechenland nichts vergleichbares finden als gewoehnlicher Elektriker. Ich brauche genaue Beschreibung was und wo mir Hilfe geboten werden kann, nicht wo ich in Deutschland mein Meistertitel bestaedigen kann. Wo ich das in Griechenland kann und ob es schon einer gemacht hat.
        Danke
        Hans

        • Loeti 20. September 2018 um 19:25 #

          Hallo Herr Sarantoulakos,
          vielen Dank für Ihre Kontaktaufnahme. Leider können wir Ihnen nicht weiterhelfen.
          Viele Grüße
          SBZ-Monteur

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