Meldungen aus der SHK-Szene

Keine Gefahr für Mensch und Umwelt: So schützen Sie Ihren Heizöltank vor Hochwasser

Mit dem Klimawandel steigt auch die Hochwassergefahr – und damit das Risiko von Umwelt- und Gebäudeschäden. Austretendes Heizöl ist ein besonders schwerwiegendes Problem. Deshalb sind seit 2018 im Hochwasserschutzgesetz II strengere Schutzmaßnahmen vorgeschrieben. Was Besitzer von Ölheizungen beachten müssen, erklärt www.intelligent-heizen.info.

Wer nah an einem Fluss oder See lebt, genießt meist die schöne Wohnlage. Manche Regionen leiden aber auch unter der Wassernähe – wenn ein erhöhtes Hochwasserrisiko besteht. In den letzten Jahren ist die Gefahr sogar noch gestiegen und verschärft sich weiter: Studien zufolge wird etwa im Neckarraum die Zahl von Hochwassern in den kommenden 30 Jahren um bis zu 50 Prozent ansteigen.

Lassen Sie sich von einem Fachmann beraten. Bild: www.intelligent-heizen.info

Bei vergangenen Hochwassern hat austretendes Heizöl große Schäden verursacht – und zwar nicht nur an den Gebäuden. Das Heizöl verunreinigte und belastete auch die Umwelt in hohem Maße. Im Januar 2018 trat deshalb das Hochwasserschutzgesetz II in Kraft. Ziel des Gesetzes ist es, durch besondere Sicherheitsvorkehrungen und strengere Vorschriften das Schadensrisiko zu minimieren und Betreiber einer Ölheizung stärker in die Pflicht zu nehmen.

Handlungsbedarf in Überschwemmungs- und Risikogebieten

Betreiber einer Heizöltankanlage in einer von Hochwasser gefährdeten Region sind nach dem Gesetz verpflichtet, diese zu überprüfen und gegebenenfalls nachrüsten zu lassen. In welchem Zeitrahmen die Überprüfung stattfinden muss, hängt davon ab, ob die Anlage in einem sogenannten Überschwemmungsgebiet oder einem Risikogebiet liegt. Beide Gebiete werden von den Kreisverwaltungsbehörden ausgewiesen.

Zu den Überschwemmungsgebieten zählen beispielsweise Flächen zwischen einem Gewässer und einer Hochwasserschutzanlage, etwa einem Deich. Mit Risikogebieten sind Flächen gemeint, die bei Hochwasser überflutet werden könnten. Heizöltankanlagen, die in einem der beiden Gebiete angesiedelt sind, müssen künftig hochwassersicher sein. Die Frist für die Prüfpflicht der Betreiber in Überschwemmungsgebieten endet am 5. Januar 2023, in Risikogebieten am 5. Januar 2033. Die neue Regelung gilt für alle unterirdischen Heizöltankanlagen und alle oberirdischen Tanks mit einem Fassungsvermögen von mehr als 1.000 Litern.

Nie ohne Fachbetrieb: Abdichten oder Verankern

Beim richtigen Lagern von Heizöl in Überschwemmungs- und Risikogebieten ist der Hochwasserstand (HQ100-Marke) des Gebäudes entscheidend. Die sicherste Variante besteht darin, die Heizöltankanlage in einem Raum aufzustellen, der sich oberhalb der HQ100-Marke befindet. Ansonsten bieten sich für den Hochwasserschutz zwei Möglichkeiten an: zusätzliches Abdichten des Aufstellraums oder die Verankerung der Tanks. Beim Abdichten werden alle Raumöffnungen für den anstehenden Wasserdruck und Rückstau mit speziellen Vorrichtungen versehen. Verbindungsleitungen, Armaturen und Messgeräte müssen so konstruiert sein, dass im Überschwemmungsfall kein Wasser in den Tank gelangen kann. Außerdem muss der Behälter einem bestimmten Wasserdruck standhalten und die Entlüftungsleitungen müssen sich oberhalb der HQ100- Marke befinden.

Beim Verankern geht es darum zu verhindern, dass sich der Tank beim Eindringen des Wassers aus seiner Halterung löst und aufschwimmt. Durch spezielle Vorrichtungen wird der Tank am Boden, der Decke oder an den Wänden befestigt. Wichtig dabei: Installationsarbeiten zum Nachrüsten dürfen nur von einem Fachbetrieb ausgeführt werden. Weitere Informationen zum Thema Heizen mit Öl finden Verbraucher auf www.intelligent-heizen.info.


Evolution, nicht Revolution

Die Zukunft des Handwerks ist digital
Früher notierten Mitarbeiter Auftragsdaten auf Zetteln und dokumentierten Projekte in Kladden. Heute sorgen geeignete Softwarelösungen für die schnelle Übermittlung und Verarbeitung.
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt das Beispiel eines SHK-Fachhandwerksbetriebes aus dem ostfriesischen Holtgast.

© Moser
Mit der Softwarelösung Mosaik von Moser können Kundendienstmitarbeiter den Arbeitszettel vor Ort auf einem Tablet ausfüllen.

Der digitale Wandel findet bei der Heizungs- Lüftungs- und Sanitärbau GmbH Matulla aus dem ostfriesischen Holtgast bereits seit über 20 Jahren statt – und ist trotzdem noch lange nicht abgeschlossen. Geschäftsführerin Kerstin Matulla hat sich für den SHK-Betrieb ein großes Ziel gesetzt: „Wir wollen möglichst alles digital erfassen und verarbeiten.“ Arbeits- und Verbrauchszettel sollen verschwinden. Die Akten aus Papier sollen ebenso wie der Aufwand, den sie verursachen, deutlich reduziert werden. Schnellere, schlanke und transparente Prozesse sind die Idealvorstellung. Aber alles Schritt für Schritt. Evolution, nicht Revolution, ist dabei die Vorgabe von Matulla, die das Unternehmen zusammen mit ihren Eltern führt.

Das System passt sich dem Anwender an

Als sich die Matullas vor über 20 Jahren auf den Weg machten, das analoge Zeitalter zu beenden, dachte noch niemand an das heute so häufig genutzte Wort Digitalisierung. Ganz im Gegenteil: „Wir hatten damals viele kleine Bücher, in die wir die Projektnummern eingetragen haben, und große Schränke mit Akten“, erinnert sich Matulla heute an das aufwendige Prozedere. Die Kladden sind inzwischen verschwunden, die damals noch im Einsatz befindlichen Schreibmaschinen auch. Nur die Aktenschränke gibt es noch, ganz ohne Papier geht es heutzutage dann doch nicht.

© Moser Über den mobilen Service werden beispielsweise Arbeitszeiten und Verbräuche erfasst. Der Kunde kann den Arbeitszettel sofort unterschreiben, dann wird das Dokument per Mail in die Zentrale geschickt.

Geändert hat sich trotzdem eine Menge. Die ersten Computer kamen, doch die Software war sehr kompliziert, die Umstellung von analog auf digital lief in kleinen Schritten. „Wir haben dann erst mal die Rechnungen am Computer erstellt, bei den Angeboten aber noch auf die Schreibmaschine zurückgegriffen.“ Nachkalkulation? Gab es nicht. „Das lief dann eher Pi mal Daumen“, berichtet Matulla. Was bei kleinen Kundendiensteinsätzen noch funktionieren mag, ist bei Großaufträgen, die durchaus ein halbes Jahr in Anspruch nehmen können, problematisch. Fest stand: Die mit den althergebrachten Methoden verbundene Intransparenz und die verzögerte Nachkalkulation sollten der Vergangenheit angehören.

Transparenz bei Projekten

Kurz nach der Jahrtausendwende entschied sich die Geschäftsführerin zu einem Schnitt: Das bisherige System konnte die Anforderungen an die durchgehende, medienbruchfreie Abbildung des Prozesses nicht erfüllen. Matulla machte sich auf die Suche nach einem System, das diese Anforderung erfüllt, und wurde letztlich bei dem Softwareunternehmen Moser aus Würselen bei Aachen fündig. Seit 2002 setzt das SHK-Unternehmen mit seinen rund 50 Mitarbeitern auf die Handwerkersoftware Mosaik. Deren modularer Aufbau ermöglicht eine schrittweise Digitalisierung der innerbetrieblichen Prozesse.

Kernstück von Mosaik ist die Projektverwaltung, die bei der Erstellung des Angebots anfängt. Daraus wird dann im Anschluss – im Optimalfall – ein Auftrag. Parallel zum Projekt läuft die Begleitkalkulation, wobei die von den Mitarbeitern geleisteten Stunden und die Materialverbräuche in das System gebucht werden. „Ich kann zeitnah sehen, wie der Stand in dem Projekt ist“, betont Matulla, die Dokumente wie Anzahlungs- und Schlussrechnung auch in Mosaik erstellt. Diese wiederum können über die entsprechenden Schnittstellen an die Datev-Anwendung beim Steuerberater übergeben werden.

Alles, was ins Lager rein- und rausgeht, wird bei Matulla gescannt. © Moser

Mobile Anwendungen geplant

Darüber hinaus führt Matulla derzeit den mobilen Service für die Kundendienstmitarbeiter ein. Hier wird der Arbeitszettel vor Ort auf einem Tablet ausgefüllt, in die Zentrale geschickt, und schon kann die Rechnung gestellt werden. Nützlich ist das Modul auch, wenn ein Auftrag kurzfristig reinkommt. „Viele Kunden rufen im Laufe des Tages wegen einer Störung oder eines Lecks an“, sagt Matulla. Hier muss nur noch eine Mail mit dem Arbeitszettel an den jeweiligen Mitarbeiter verschickt und nicht teils mehrfach telefoniert werden, um die Auftragsdaten zu übermitteln.

Mit der mobilen Erfassung der Arbeitszeiten ist eine weitere App derzeit in der Testphase, deren Einsatz die Stundenzettel der Mitarbeiter überflüssig machen könnte. Auch die Einführung des mobilen Aufmaßes ist vorgesehen, bisher läuft der Vorgang noch papierbasiert ab. Gleiches gilt für die Anlagenakte: Hierüber wird die Wartung der bei den Kunden stehenden Anlagen, sei es die Therme im Einfamilienhaus oder der Heizkessel in der Grundschule, geplant. Dabei bekommt jede Anlage ihre digitale Akte, Wartungstermine können so organisiert und eine Wartungshistorie gepflegt werden.

Die Lagerhaltung hingegen hat Matulla bereits vor einigen Jahren umgestellt. „Alles, was rein- und rausgeht, wird gescannt“, erläutert Matulla. Was aus dem Lager entnommen wird, wird auf das Projekt gebucht. Die Monteure rufen abends an und geben ihre Bestellung für den Folgetag durch, die ihnen dann von den beiden Lagerkräften zusammengestellt wird.

Fazit

Mit der Zeit hat Matulla die Mitarbeiter für die Neuerungen im Betrieb gewonnen: „Am Anfang ist immer eine gewisse Skepsis vorhanden. Aber sie haben bei jeder Einführung einer neuen Lösung erkannt, welche Vorteile sich ihnen bieten.“ Vom Angebot bis zur Schlussrechnung wird nun alles über Mosaik abgewickelt, die Akte liegt auf der Festplatte – das komme auch in der Belegschaft gut an. Die Geschäftsführerin ist von dem eingeschlagenen Weg überzeugt und will die Digitalisierung im Unternehmen Stück für Stück weiter vorantreiben. „Heute sind die Prozesse bei uns schneller, effizienter und transparenter. Das möchte ich nicht mehr missen.“

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