Alles oder Nichts Teil 1 von 3

Effizienz ist eine Frage der richtigen Planung

Bei der Planung einer Wärmepumpenanlage kann man alles Richtig machen und damit die hohe Effizienz einer Wärmepumpenanlage nutzen, oder vieles falsch machen und „Nichts“ bekommen. Im ersten Teil geht es um die Randbedingungen!

Energieträger
Im Rahmen der Planung einer Heizungsanlage stellt sich unter anderem die Frage: Welcher Energieträger soll oder kann genutzt werden? Bei einem Neubauprojekt ist die Verfügbarkeit das entscheidende Kriterium für die Wahl des Energieträgers. Im Falle einer Altbausanierung kann es sinvoll sein den Energieträger zu wechseln.

Gebäudetypen
Bei Gebäuden wird aufgrund des Alters eines Gebäudes und der damit verbundenen Bautechnik, den geltenden Regeln der Technik, den baurechtlichen und energetischen Vorschriften zum Zeitpunkt der Errichtung sowie nach dem Nutzungszweck zwischen verschiedenen Gebäudetypen unterschieden. Im Rahmen der Planung ist zunächst zu unterscheiden, ob es sich bei dem jeweiligen Objekt um ein Bestandsgebäude (Altbau) oder um ein neu errichtetes Gebäude (Neubau) handelt.Je nach Nutzungsart unterscheidet man bei Alt- und Neubauten folgenden Gebäudetypen:


– Wohngebäude
– Einfamilienhaus
– Mehrfamilienhaus
– Wohn- und Geschäftshaus
– Zweckbauten (Turnhallen, Kirchen, Bürogebäude)
Aus der Nutzungsart resultieren unterschiedliche Wärmebedarfe, die bei der Planung der Heizungsanlage zu berücksichtigen sind. So werden beispielsweise Kirchen in der Regel nur am Wochenende genutzt und müssen daher in der Woche nicht beheizt werden; sie kühlen daher sehr stark aus. Folglich muss die Beheizung und Behaglichkeit in einer sehr kurzen Zeit bereit gestellt werden und hat daher einen höheren Wiederaufheizfaktor als ein Wohnhaus, das permanent beheizt wird. Bürogebäude werden in der Regel nur während der Bürozeit benutzt, sodass außerhalb dieser Zeit die Beheizung reduziert werden kann, aber entsprechende Vorheizzeiten für die Benutzungszeit vorgesehen werden müssen. Diese verschiedenen Aspekte müssen neben den Anforderungen der Kunden bei der Planung der Heizungsanlage berücksichtig werden. Die Nutzungsart des Gebäudes spielt auch bei der Bereitstellung von Warmwasser eine wichtige Rolle. Im Krankenhausbereich oder in Seniorenheimen muss das Wasser immer anstehen. Im Einfamilienhaus ist es eher eine Sache des Komforts. Im Mietrecht gibt es sogar eine Bestimmung, die besagt „das in Mehrfamilienhäusern das Warmwasser kontinuierlich (24 Stunden am Tag) zur Verfügung gestellt werden muss“.

Geologisches Umfeld
Da die Wärmepumpe die zur Beheizung eines Gebäudes und/oder zur Trinkwassererwärmung erforderliche Energie aus der Umwelt bezieht, sind Informationen über die äußere und innere Struktur des unmittelbaren Umfelds notwendig. Von Bedeutung sind diese Information für die Auslegung und Dimensionierung der Wärmequelle.

Lage
Folgende Aspekte müssen hinsichtlich einer genauen Quellenauslegung betrachtet werden:
– Wo befindet sich das Objekt?
– Citylage?
– Frei stehend?
– Ist das Objekt ungeschützt vor Wind?
– Beachten Sie gegebenenfalls den Einfluss der Lage auf den Wärmebedarf!
– Nachbarbebauung?
– Ist die Nachbarbebauung eher weitläufig oder nah aufgeschlossen?
– Diese Frage ist dann von Bedeutung, wenn wir mit Luft-Wärmepumpen arbeiten und auf Lärmschutz achten müssen.
– Lageplan mit Nordpfeil?
– Übliches Dokument um das Objekt eindeutig zu identifizierenund die Lage der späteren Quelle einzuzeichnen sowie für Genehmigungsverfahren.
– Ferner für die Südausrichtung des Objektes, wenn eine solare Unterstützung gewünscht ist.
– Wasserschutzgebiet?
– In einem ausgewiesenen Wasserschutzgebiet sind evtl. gesonderte Genehmigungsverfahren erforderlich oder die Nutzung geothermaler Wärmequellen nur eingeschränkt oder gar nicht zulässig.

Umfeld
– Wie groß ist das Grundstück?
– Diese Information ist für die Auslegung eines Flächenkollektors sehr wichtig
– Wie ist die Zuwegung des Grundstückes (Zugang für Bohrgerät, Befahrbarkeit, Treppen)? In aller Regel werden die Wärmepumpen- und Pufferspeicherkomponenten mit einem LKW vor das Objekt geliefert. Daher ist es wichtig, eine gute ausgebaute Zuwegung zu gewährleisten.
– Wie ist der Baumbewuchs (Verschattung)?
– Flächenkollektoren sollten von der Sonne beschienen sein, um sich für den Winter genügend aufzuwärmen. Ferner ist der Baumbewuchs sowie eine evtl. damit einhergehende Verschattung für Solarkollektoren oder PV-Anlagen ebenfalls elementar wichtig.
– Sind große Bauwerke, Berge oder Hügel im Umfeld vorhanden?
– Je nach Sonnenstand und Größe können Bereiche eines Grundstückes ganzjährig verschattet sein, trotz evtl. Südausrichtung.

Bodengutachten > Bohrunternehmen!
– Gibt es bei der zuständigen Behörde Informationen über die Geologie und/oder Ergiebigkeit des Erdreiches?
– Liegt für das Grundstück ein Bodengutachten vor?
Je genauer die Informationen, desto genauer und wirtschaftlicher die Bohrungen. Unter Umständen muss man bei der zuständigen Behörde eine Auskunft schriftlich stellen.
– Wurde im näheren Umfeld schon eine Tiefenbohrung getätigt?

Bodengutachten Grafik: Geologischer Dienst NRW

Wenn in der Nähe des Objektes bereits Sondenbohrungen erstellt wurden, liegt in aller Regel auch ein Bodengutachten (Schichtenverzeichnis) vor, dass wichtige Informationen zur Quellenauslegung gibt. Sind die möglichen Entzugsleistungen des Boden nicht bekannt, muss ggf. eine Probebohrung zur Begutachtung des Bodens erstellt werden. Bei Anlagen größer 30 kW ist eine Probebohrung zwingend erforderlich (Thermal Response Test).

Über die Website https://www.geothermie.nrw.de/ erhalten Sie alle wichtigen Informationen über das Potenzial der Wärmequelle.

Informationen zur geothermischen Wärmequellen erhalten Sie über den geologischen Dienst NRW 

Geothermisches Potenzial Grafik: EnergieAgenturNRW

Während des Bohrvorganges müssen Bodenproben entnommen werden um die tatsächlich mögliche Entzugsleistung zu ermitteln und zu dokumentieren. Diese werden dann mit der geplanten Entzugsleistungen verglichen. Bei Abweichungen der Entzugsleistung zwischen Planung und Örtlichkeit muss die Bohrtiefe auf die tatsächlich vorgefundenen Entzugsleistungen angepasst werden. Um einen gültigen Wert für die genaue Berechnung der Bohrtiefe zu bekommen, muss ein Mittelwert aus den einzelnen Werten berechnet werden.

Grundwasser
– Liegen für das Grundstück Informationen für eine evtl. Grundwassernutzung vor?
– Entscheidend für eine evtl. Grundwassernutzung ist die Qualität des Grundwassers und ob es in ausreichender Menge zur Verfügung steht, ferner dass die Grundwasserquelle nicht zu tief ist (max. 15 m).
– Bestehen Wasserschutzvorschriften?
– Wasserschutzvorschriften sind regional sehr unterschiedlich.
– Genehmigungsverpflichtungen prüfen.
– Sind Wasseranalysen für das Grundwasser vorhanden?
– Ist die Grundwassertemperatur bekannt?
– Bei der Beprobung des Grundwassers sollte die Grundwassertemperatur mit gemessen werden, da diese nachher für die Leistung der Wärmepumpe wichtig ist.
– Ist gewährleistet, dass kein Schmelzwasser (Oberflächenwasser) mit tiefer Temperatur in den Brunnen gelangt?
– Eine Brunnenanlage muss berechnet werden, d. h. Saug- und Schluckbrunnen.
– Die Leitung im Schluckbrunnen muss in das Grundwasserniveau eingeführt werden, da sonst Gefahr der Verockerung besteht. (Oxidation von Eisen im Grundwasser mit Luftsauerstoff; Verstopfung des Schluckbrunnens)
– Die Qualität und Quantität des Grundwassers muss geprüft und dokumentiert sein.
– Die Flussrichtung des Grundwassers muss bekannt sein.
– Die Brunnenpumpe muss genau dimensioniert werden, da es sonst zu erhöhten Betriebskosten durch zu leistungsstarke Grundwasserpumpen kommt.

> Wird Fortgesetzt!

 

 

 

 

 

 

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