…schließlich möchte man ja nicht zum Mond!

Werkzeug und Ladung im Servicewagen sichern

Man ist Handwerker und kein Fernfahrer. Der Transport der Materialien und der nötigen Werkzeuge ist eher eine Art notwendiges Übel. Oft wird dem deshalb nur wenig Aufmerksamkeit entgegengebracht: Irgendwie rein mit dem Kram in die Karre und dann los. Dass eine solche Einstellung aber auch ganz böse Folgen haben kann, daran denkt man oft nicht.

Hauptsache alles drin und gut? Von wegen! Wenn’s hier kracht, wird’s lebensgefährlich für Fahrer und Beifahrer (Bilder: Sortimo)

Es sind Situationen, die ganz sicher jeder Praktiker kennt: Eine neue Aufgabe, zum Beispiel eine Badezimmer-Renovierung, steht an. Folglich wird der Wagen entsprechend bestückt. HT-Rohr und Formstücke werden zusammengepackt, der große Stemmhammer muss auch mit. Und auf dem Dachgepäckträger finden die Stangen Kupferrohr ihren Platz. Auf dem Weg von der Firma fährt man dann noch beim Gashandel vorbei, um noch Aze und Reiner (also je ein Pülleken Azetylen und reinen Sauerstoff) mitzunehmen. Der Boss hat ja gesagt, dass die alten Stahl-Heizungsleitung geändert und somit auch geschweißt werden muss.

Einfach rein und gut…?
So liegen dann im Wagen, hinter dem Führerhaus, auch noch die Stahl-Druckgasflaschen, gut eingekeilt vom HT-Rohr. Damit „hinten“ kein Chaos entsteht, fährt man dann halt mal etwas zärtlicher als sonst. Genau dieser gute Wille kann aber ganz schnell von anderen Verkehrsteilnehmern zunichte gemacht werden. Etwa dann, wenn der vorausfahrende Wagen vor einer gerade auf „gelb“ umspringenden Ampel eine unerwartete Vollbremsung hinlegt. Oder wenn jemand auf den Plan tritt, der glaubt, er habe Vorfahrt, weil er von links kommt. In solchen Situationen steht man selbst ganz schnell auf der Bremse und versucht das Pedal bis in die Ölwanne zu treten. Diese verständliche Reaktion hat allerdings simple physikalische Folgen, getreu nach dem Gesetz der Trägheit der Masse. Der Wagen wird durch die Notbremsung gestoppt, dass was in ihm so drin liegt, aber nicht mit im verbunden ist, hat mit dem Anhalten so seine Probleme. Fliehkräfte greifen an und allein der Reibungswiderstand vermag es nicht, die Ladung an ihrem Platz zu halten. Plötzlich „sitzen“ Aze und Reiner mit im Führerhaus. Kommt es sogar zu einem Zusammenstoß, der die Geschwindigkeit des Fahrzeuges logischerweise noch abrupter verringert wie eine Notbremsung, werden ungeheure Kräfte frei, die nun Werkzeug und Material bewegen – dorthin, wo Monteur und Azubi sitzen.

Eine professionelle Fahrzeugausstattung und eine korrekte Sicherung von Ladung sind für den Schutz unerlässlich.

Profis beugen vor
Der Anlagenmechaniker hat einen sehr verantwortungsvollen Beruf. Schließlich darf mit Gas und mit Trinkwasser nicht jeder umgehen. Gerade deshalb sollte er aber auch in Bezug auf seine Person diese Sorgfalt an den Tag legen. Und dazu gehört es unbedingt, die Ausstattung des Servicewagens Crashsicher zu machen. Tests beweisen hinlänglich, dass selbst gebastelte Regale im Wagen den Kräften einer Kollision in den meisten Fällen nichts entgegensetzen können. Vor allem aber kann ungesichertes Ladegut zum tödlichen Geschoss werden. Was nützt es, wenn Airbags vorne die Folgen eines Aufpralls mindern, man aber von seiner Ladung erschlagen wird? Hier gilt auch nicht das „Kann-mir-doch-nicht-passieren“-denken. Ein Unfall ist schnell geschehen. Und da auch andere daran schuld sein können, liegt es tatsächlich nicht ausschließlich in der eigenen Hand. Für die Sicherheit sollte das Fahrzeug mit Regalen und Schränken professionell ausgestattet sein. Das steht auf dem Pflichtenheft des Chefs. Wer Material in einen Wagen lädt, der sollte sich immer überlegen, wo dieses Etwas sich hin auf den Weg macht, wenn es dann mal tatsächlich kracht. Sorgfältig ausgeführte Überlegungen dieser Art – und ein entsprechendes konsequentes Handeln – können im Falle des Falles Leben retten.

Steigen also zum Beispiel mal Aze und Reiner zu, dann sollten die nicht hinten, an der Hecktür liegen bleiben (schön bequem zum ein- und ausladen…). Ihr Platz ist, gut verkeilt, gleich hinter dem Führerhaus. Auf diese Weise gibt man den Flaschen kaum die Möglichkeit Anlauf zu nehmen, wenn’s dann mal eng wird. Und genau diese Überlegungen sind natürlich auch wichtig, wenn andere „schwere Brocken“ transportiert werden müssen, schließlich möchte man ja nur zum Kunden und nicht zum Mond!

Film zum Thema Ladungssicherung:

Alles Quatsch? Ja? Wer das nun meint, der sollte sich mal ansehen, was passiert, wenn eine nicht ausreichend gesicherte Ladung in einen Crash verwickelt wird:

, , , , , ,

Noch keine Kommentare vorhanden.

Schreibe einen Kommentar

*