Wenn dieses Heft erscheint, ist die Fußball-WM mittendrin. Vielleicht fiebert ihr gerade mit eurer Mannschaft dem nächsten Spiel entgegen. Vielleicht diskutiert ihr aber auch darüber, warum es nicht gereicht hat. So ist Fußball: ein Spiel, viele Meinungen, mehr Emotionen.
Aber ganz egal, wer noch im Turnier ist oder nicht – eine Weltmeisterschaft zeigt: Gewonnen wird nicht nur mit guten Einzelspielern. Gewonnen wird im Team.
Und damit sind wir schnell im Handwerk. Auch auf der Baustelle reicht es nicht, wenn einer glänzt. Der beste Monteur bringt wenig, wenn das Material fehlt. Die sauberste Planung hilft nicht, wenn sie niemand erklärt. Die schnellste Ausführung wird zum Problem, wenn der nächste Arbeitsschritt nicht mitgedacht wird. Und der erfahrenste Kollege ist nur halb so wertvoll, wenn er sein Wissen nicht weitergibt.
Im SHK-Handwerk läuft es ähnlich wie beim Fußball., jeder hat seine Aufgabe. Der Azubi reicht nicht nur Werkzeug an, sondern lernt, fragt nach und wächst in die Aufgabe hinein. Der Geselle behält den Überblick. Der Meister plant voraus. Und am Ende zählt ob die Anlage funktioniert und der Kunde zufrieden ist.
Natürlich braucht jedes Team starke Einzelspieler. Leute, die Verantwortung übernehmen, die sich etwas zutrauen, die auch dann ruhig bleiben, wenn es eng wird. Aber echte Stärke zeigt sich im Zusammenspiel. Wer nur für sich arbeitet, macht vielleicht einen guten Eindruck. Wer für das Team arbeitet, sorgt für ein gutes Ergebnis.
Das gilt besonders, wenn es schwierig wird. Wenn ein Termin wackelt, wenn ein Bauteil nicht passt, wenn auf der Baustelle wieder einmal etwas anders aussieht als auf dem Plan. Ein gutes Team sucht nicht den Schuldigen. Es sucht die Lösung.
Vielleicht ist das die schönste Parallele zwischen Fußball und Handwerk: Erfolg entsteht selten zufällig. Er entsteht durch Training, klare Absprachen, Vertrauen und die Bereitschaft, füreinander zu arbeiten.
In diesem Sinne: Genießt die WM. Und nehmt ruhig etwas davon mit in den Arbeitsalltag. Denn auch im Handwerk gilt: Einzelkönner sind wichtig. Aber Meisterleistung entsteht im Team.
Euer
Stephan von Oelhafen
Chefredakteur