Wer auf eine Messe geht, kann Prospekte sammeln, Kugelschreiber einstecken und sich von Stand zu Stand treiben lassen. Oder so einen Tag nutzen, um hinzuschauen: Was bewegt unsere Branche? Was hilft Monteuren und Azubis wirklich weiter? Und was ist echte Praxis?
Mit diesem Blick war ich in den vergangenen Monaten auf zwei Veranstaltungen unterwegs: auf der SHK+E in Essen und auf der ifh/Intherm in Nürnberg. Beide Messen waren intensiv, voll, laut und aufschlussreich. Denn wenn man hinhört, erfährt man dort mehr über den Zustand der Branche als in mancher Hochglanzbroschüre.
In Essen ging es für mich vor allem darum, Stimmungen aufzunehmen, Trends einzuordnen und mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Da merkst du, welche Themen gerade unter den Nägeln brennen: Wärmepumpe, Sanierung, Nachwuchs, Digitalisierung, Zeitdruck und die Frage, wie sich Technik umsetzen lässt, dass sie nicht nur auf dem Messestand gut aussieht, sondern auch funktioniert.
In Nürnberg kam dann noch eine besondere Aufgabe dazu: Ich habe Touren über die Messe geführt. Wenn du eine Gruppe über die Messe führst, schaust du anders auf das, was dort gezeigt wird. Dann musst du ordnen, auswählen, einordnen und den Blick auf die Punkte lenken, die wirklich relevant sind.
Das war spannend – und ehrlich gesagt auch sehr hilfreich. Denn auf großen Messen wird deutlich, wie wichtig Orientierung geworden ist. Es gibt unheimlich viele Produkte, Systeme, Ideen und Neuheiten. Aber nicht alles, was neu ist, ist automatisch auch nützlich. Entscheidend ist: Macht es die Arbeit leichter? Spart es Zeit? Und genau deshalb sind Messen wichtig. Nicht nur als Bühne für Hersteller, sondern als Treffpunkt für die Praxis.
Mein Eindruck nach Essen und Nürnberg ist klar: Unsere Branche ist in Bewegung. Da sind Ideen dabei, sinnvolle Entwicklungen und spannende Ansätze. Aber der Maßstab bleibt: Was draußen funktioniert, setzt sich durch.
Für mich waren beide Veranstaltungen deshalb mehr als Pflichttermine. Sie waren eine gute Gelegenheit, nah dran zu sein – an den Themen, an den Menschen und an dem, was unser Handwerk gerade wirklich beschäftigt.
Euer
Stephan von Oelhafen
Chefredakteur SBZ-Monteur