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Gebündelte Sicherheit im Schacht

1 An kaum einem anderen Punkt im Gebäude liegen so viele Leitungen so dicht zusammen wie im Installationsschacht.

2 Fehlt der Anwendbarkeitsnachweis, gilt die ausgeführte Leistung als mangelhaft.

3 Für den ausführenden Installateur wird es deutlich übersichtlicher und wirtschaftlicher, wenn der Installationsschacht als zugelassenes Komplettsystem ausgeführt wird.

4 Mit der werkseitigen Vorfertigung von Installationsschächten werden nicht nur die normativen Anforderungen sicher erfüllt, sondern auch typische Baustellenprobleme entschärft.

5 Voraussetzung für den Einsatz vorgefertigter Installationsschächte und -wände sind Deckenkonstruktionen, die statisch und brandschutztechnisch geeignet sind.

An kaum einem anderen Punkt im Gebäude liegen so viele Leitungen so dicht zusammen wie im Installationsschacht. Trinkwasser-, Heizungs-, Abwasser-, Lüftungs- und Elektroleitungen verlaufen hier meist über alle Ebenen – vom Keller bis zur obersten Etage. Im Brandfall können sich Feuer und Rauch über diesen „Kamin“ sehr schnell ausbreiten. Deshalb ist der bauliche Brandschutz im Schacht ein zentrales Schutzziel, und es kommt besonders auf die brandschutztechnische Eignung der gesamten Konstruktion an.

Anwendungsnachweis und Übereinstimmungsbestätigung

Die Schacht- und Vorwandkonstruktion einschließlich aller Leitungen, Brand- und Schallschutzmaßnahmen, Einbauten und der Schachtverkleidung muss die gestellten Anforderungen erfüllen. Die Verantwortung dafür liegt beim ausführenden Installationsunternehmen. Bei der Abnahme muss der SHK-Fachunternehmer eine unterzeichnete Übereinstimmungsbestätigung vorlegen. Mit seiner Unterschrift bestätigt er, dass die ausgeführte Bauart des feuerwiderstandsfähigen Installationsschachtes der geltenden Bauartgenehmigung (aBG) entspricht und dass zugelassene Bauprodukte – zum Beispiel werkseitig vorgefertigte Installationsschächte mit Ü-Kennzeichnung – verwendet wurden. Fehlt dieser Anwendbarkeitsnachweis, gilt die ausgeführte Leistung als mangelhaft. Wer die Übereinstimmungsbestätigung unterschreibt, kann sich darauf verlassen, dass mit der Systemzulassung die Vielzahl von Normen und Regelwerken mit ihren Zusammenhängen und Überschneidungen abgedeckt ist.

Die Musterbauordnung (MBO) wurde beim Thema Bauprodukte und Bauarten in der Vergangenheit grundlegend überarbeitet; ergänzend dazu gibt es die Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB), die die frühere Bauregelliste und die Liste der Technischen Baubestimmungen ersetzt1. Eine zentrale Änderung: Für Bauarten nach § 16a MBO gibt es heute allgemeine Bauartgenehmigungen (aBG) statt – wie früher – allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen (abZ). Bestehende abZ behalten ihre Gültigkeit bis zum Ablaufdatum. In der Praxis bedeutet das: industriell hergestellte Bauprodukte werden über eine abZ geregelt, während die dazugehörige handwerklich ausgeführte Bauart auf der Baustelle über eine aBG beschrieben ist².

Vorgefertigte Systemtechnik für Installationsschächte

Für den ausführenden Installateur wird es deutlich übersichtlicher und wirtschaftlicher, wenn der Installationsschacht als zugelassenes Komplettsystem ausgeführt wird. Ein Beispiel ist die von Geberit entwickelte Brandschutzlösung Geberit Quattro. Sie erfüllt die relevanten normativen Anforderungen durch das Zusammenspiel von Rohrinstallationssystem, Trockenbau-Vorwandsystemtechnik und einem Deckenverschlusssystem auf Basis einer allgemeinen Bauartgenehmigung (aBG). Das variable Schacht- und Vorwandsystem umfasst die Leitungsinstallationen für Trinkwasser, Abwasser, Heizung und Elektroleitungen in einer gemeinsamen Konstruktion aus GIS-Installationssystem oder Duofix-Systemwand – inklusive der Montageelemente für WC, Waschtisch, Dusche oder Badewanne und der passenden Systembeplankung. AbZ und aBG erlauben zudem, dass Geberit Quattro werkseitig vorgefertigt werden kann. Ein großer Vorteil – gerade bei der Sanierung von Altbauten – ist, dass der Einsatzbereich dieses Komplettsystems auch Sonderdecken wie Holzbalkendecken einschließt.

Ü-Zeichen bestätigt Übereinstimmung

Zur Vorfertigung gehört auch die Kennzeichnung der industriell vorgefertigten, feuerwiderstandsfähigen Einheiten mit dem Übereinstimmungszeichen (Ü-Zeichen)³. Damit dokumentiert der Hersteller, dass der geforderte Verwendbarkeitsnachweis für vorgefertigte Installationsschächte vorliegt und dass die gelieferten Einheiten mit den Anforderungen der abZ übereinstimmen. In der Praxis findet der Verarbeiter bei der Anlieferung eines werkseitig vorgefertigten Systemschachtes am Tragsystem die aufgeklebt Ü-Kennzeichnung. Nach den Bauordnungen benötigen Bauprodukte eine Bestätigung ihrer Übereinstimmung, zum Beispiel mit bauaufsichtlichen Zulassungen. Diese Bestätigung gibt der Hersteller durch die Kennzeichnung mit dem Ü-Zeichen und dem Hinweis auf den Verwendungszweck. Für den SHK-Auftragnehmer bedeutet das: Mit der Ü-Kennzeichnung hat er den Verwendungsnachweis in der Hand, der bestätigt, dass diese industriell vorgefertigten feuerwiderstandsfähigen Bauteile der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung und den Technischen Baubestimmungen entsprechen.

Nullabstand bringt Raumgewinn

Für Bauherren zeigt sich ein weiterer Vorteil von Systemschächten darin, dass die Schächte möglichst schlank geplant werden können. Die in der aBG von Geberit Quattro festgelegten Abstandsregeln erlauben sehr geringe Abstände zwischen den Rohrleitungen. Bei einer Belegung mit Rohrleitungen für Trinkwasser (PWC, PWH, PWH-C), Heizung (Vorlauf, Rücklauf), Elektroleitungen und Lüftungsleitungen nach DIN 18017-3 sind teilweise Nullabstände möglich. Nur zu den Abwasserleitungen ist ein Abstand von 20 mm einzuhalten. So ergibt sich zum Beispiel eine minimale Schachtbreite von ­etwa 520 mm. Bei konventionell ausgeführten Installationsschächten ohne zugelassene Nullabstände wären für die gleiche Belegung aufgrund der einzuhaltenden Abstandsmaße mindestens rund 670 mm Schachtbreite nötig. Die Anordnung der Installationen und deren Abstände untereinander sowie zur Laibung des Deckendurchbruchs (20 mm bei Massivdecken, 50 mm bei Sonderdecken) ist klar geregelt. Aufwendige eigene Berechnungen zu zulässigen Rohrabständen entfallen. Da die Installationsebene hinter Tragsystem und Beplankung liegt und bei GIS nur etwa 5 cm dick ist, werden gegenüber konventionellem Trockenbau zusätzlich Zentimeter eingespart. In der Planung reduziert das Diskussionen über Schachtabmessungen – jeder Zentimeter weniger Schachtbreite kommt der Wohn- oder Nutzfläche zugute.

Kürzere Montagezeiten und optimierte Materialwirtschaft

Im konkreten Auftragsfall übernimmt der Hersteller oft das Aufmaß und die Planung in Abstimmung mit dem ausführenden Fachunternehmen. Mit der werkseitigen Vorfertigung von Installationsschächten werden nicht nur die normativen Anforderungen sicher erfüllt, sondern auch typische Baustellenprobleme entschärft: enge Bauzeiten, wenig Personal, begrenzter Lagerplatz. Anstelle der Montage vieler Einzelleitungen und einer bauseitigen Verkleidung erhält der SHK-Betrieb eine vormontierte Systemeinheit. Vor Ort beschränkt sich die Arbeit darauf, die vorgefertigten Einheiten an den Einbauort zu bringen, nach Montagevorschrift zu befestigen, die vormontierten Rohrleitungen im Bereich der Deckendurchdringungen mit den mitgelieferten Formteilen zu verbinden und anschließend die Deckenöffnungen zu verschließen sowie die einlagige Systembeplankung aufzubringen. Die vorgefertigten Installationsregister werden montagefertig „just in time“ auf die Baustelle geliefert. Das vereinfacht die Logistik, reduziert Umlagerungen und Materialschwund und spart Verschnitt – und damit doppelte Kosten für Material und Entsorgung.

Deckenverschlusssystem, Verzug und weitere Einsatzbereiche

Ein besonders sensibler Punkt im Brandschutz ist das Verschließen der Deckendurchdringungen. In der Praxis wird diese Aufgabe oft dem Rohbau überlassen, obwohl der Anwendbarkeitsnachweis in vielen Fällen den SHK-Fachunternehmer in der Pflicht sieht. Werden Durchbrüche irgendwie vermörtelt, entsteht schnell ein Risiko für den vorbeugenden Brandschutz. Beim Quattro-System gehört deshalb ein eigenes Deckenverschlusssystem (FSH 90) zur Systemzulassung. Es besteht aus einem anpassbaren Deckenschott mit Spezialfolie und Stahlband sowie einer Vergussmasse, die auch schmale Spalten zuverlässig füllt. So lässt sich die Deckenabschottung reproduzierbar und normgerecht ausführen; eine fotografische Dokumentation der fertigen Verschlüsse schafft zusätzliche Nachweissicherheit.

Voraussetzung für den Einsatz vorgefertigter Installationsschächte und -wände sind Deckenkonstruktionen, die statisch und brandschutztechnisch geeignet sind. Der Schachtverlauf muss dabei nicht zwingend durchgehend vertikal sein: Die Systemzulassung erlaubt bei nicht übereinanderliegenden Deckendurchdringungen einen waagrechten Verzug bis zu 2,5 m. Neben dem Geschosswohnungsbau decken allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnisse für raumabschließende innere Trennwände mit Feuerwiderstand (z. B. Geberit Quattro F 30 und F 90) weitere Anwendungen ab. So können etwa in Hotels oder Jugendherbergen feuerbeständige Trennwände erstellt werden, die beidseitig mit Sanitärobjekten belegt sind – das spart Material und Platz.

Ausführungs- und Kalkulationssicherheit

Der Einsatz vorgefertigter Installationsschächte und Systemvorwände sorgt für einen beschleunigten Bauablauf und gibt dem ausführenden Unternehmen durch Systemzulassung, Ü-Zeichen und Übereinstimmungsbestätigung hohe Nachweissicherheit. Gleichzeitig profitieren Fachbetriebe von wirtschaftlichen Vorteilen: höherer Vorfertigungsgrad, bessere Kalkulationssicherheit, kürzere Montagezeiten und eine deutlich reduzierte Fehleranfälligkeit.

Für SHK-Azubis heißt das: Wer die Grundbegriffe wie abZ, aBG, Ü-Zeichen und Übereinstimmungsbestätigung versteht und Systemschächte nach Vorgabe montiert, arbeitet nicht nur technisch sauber, sondern auch rechtlich und wirtschaftlich auf der sicheren Seite.

Fußnoten

[1] MVV TB – Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen, Ausgabe 2020/1. Die vom DIBt im Auftrag der Bauministerkonferenz erstellte Vorschrift löst die frühere Bauregelliste sowie die Liste der Technischen Baubestimmungen ab.

[2] Eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) ist der Verwendbarkeitsnachweis für nicht geregelte Bauprodukte, eine allgemeine Bauartgenehmigung (aBG) ist der Anwendbarkeitsnachweis für nicht geregelte Bauarten. Beide werden vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) in der Regel für fünf Jahre erteilt, nachdem Prüfungen durch zugelassene Prüfinstitute erfolgt sind.

[3] Das Übereinstimmungszeichen (Ü-Zeichen) nach § 21 MBO besteht aus dem Buchstaben „Ü“ und muss u. a. den Namen des Herstellers, die Kurzbezeichnung der maßgeblichen technischen Regel sowie den Hinweis auf die abZ-Nummer enthalten. Grundlage ist die Verordnung über das Übereinstimmungszeichen (Ü-Zeichen).

Feuerwiderstandsfähige Installationsschächte sind eine sichere Art der Stockwerksdurchdringung z. B. im Wohn- oder Gewerbebau. Sie erfüllen die bauordnungsrechtlichen Anforderungen, sodass darüber befindliche Brandabschnitte für die Dauer von 30 bzw. 90 Minuten vor der Feuer- und Rauchübertragung über die Installationsschächte geschützt sind.

Bild: Geberit

Feuerwiderstandsfähige Installationsschächte sind eine sichere Art der Stockwerksdurchdringung z. B. im Wohn- oder Gewerbebau. Sie erfüllen die bauordnungsrechtlichen Anforderungen, sodass darüber befindliche Brandabschnitte für die Dauer von 30 bzw. 90 Minuten vor der Feuer- und Rauchübertragung über die Installationsschächte geschützt sind.
Für Bauprodukte, die nicht die CE-Kennzeichnung nach der Bauproduktenverordnung tragen, müssen Hersteller die Übereinstimmung mit den technischen Baubestimmungen durch eine Übereinstimmungserklärung nachweisen. Dies erfolgt durch die Kennzeichnung mit dem Übereinstimmungszeichen (Ü-Zeichen).

Bild: Geberit

Für Bauprodukte, die nicht die CE-Kennzeichnung nach der Bauproduktenverordnung tragen, müssen Hersteller die Übereinstimmung mit den technischen Baubestimmungen durch eine Übereinstimmungserklärung nachweisen. Dies erfolgt durch die Kennzeichnung mit dem Übereinstimmungszeichen (Ü-Zeichen).
Null-Abstände sind vor allem im Wohnungsbau von bedeutsamem Vorteil: Die Schächte werden kleiner und der nutzbare Wohnraum größer.

Bild: Geberit

Null-Abstände sind vor allem im Wohnungsbau von bedeutsamem Vorteil: Die Schächte werden kleiner und der nutzbare Wohnraum größer.
Planungssicherheit durch Vorfertigung: Statt Einzelteilen erhält der Auftraggeber ein Gesamtprodukt, das alle baurelevanten Auflagen – auch zu Schall- und Brandschutz – nach Fertigstellung erfüllen wird.

Bild: Bert Harzer/Geberit

Planungssicherheit durch Vorfertigung: Statt Einzelteilen erhält der Auftraggeber ein Gesamtprodukt, das alle baurelevanten Auflagen – auch zu Schall- und Brandschutz – nach Fertigstellung erfüllen wird.

Gebündelte Sicherheit im Schacht

Installationsschacht – warum so wichtig?

Im Schacht laufen viele Leitungen (TW, Heizung, ­Abwasser, Lüftung, Elektro) über mehrere Etagen.

  • Im Brandfall kann sich Feuer und Rauch hier schnell ausbreiten.
  • Darum: hoher Anspruch an Brand- und Schallschutz.
  • Ü-Zeichen – dein schneller Check

    Trägt der Schacht das Ü-Zeichen, heißt das:

  • werkseitig vorgefertigt und geprüft
  • Verwendbarkeitsnachweis (abZ) vorhanden
  • Produktion wird überwacht, du hast ein zugelassenes Systembauteil in der Hand.
  • abZ & aBG – einfach merken

  • abZ = Zulassung fürs Bauprodukt­ ­(z. B. Schachtelement)
  • aBG = Genehmigung für die Bauart  (wie alles zusammen eingebaut wird)
  • Produkt nach abZ, Einbau nach aBG – beides muss passen.
  • Übereinstimmungsbestätigung

    Bei der Abnahme unterschreibt dein Chef: 

    „Wir haben nach aBG gebaut und zugelassene Produkte mit Ü-Zeichen verbaut.“

    Fehlt dieser Nachweis: die Leistung gilt als mangelhaft.

    Vorteile von Systemschächten (z. B. Geberit Quattro)

  • weniger Planungsstress, klare Regeln
  • schlankere Schächte (Nullabstandsregelung) mehr Wohnfläche
  • schnellere Montage, weniger Verschnitt, weniger Fehler
  • klare Nachweise für Brandschutz und Bauaufsicht
  • Die Brandschutzlösung Geberit Quattro erfüllt die Anforderungen der MVV TB für den Brandschutz, Schallschutz, Feuchteschutz und die Statik:

  • Sicherstellung der geforderten Feuerwiderstandsfähigkeit,
  • Einhaltung der Schallschutzanforderungen,
  • Feuchteschutz, der das Eindringen von Wasser über Fugen und Durchdringungen der Schachtverkleidung verhindert,
  • Sicherer statischer Aufbau, der als Installations- bzw. Schachtwand die nötige Standsicherheit gewährleistet.
  • Das Leistungspaket Geberit GIS IV verbindet die Vorteile der Installations- und Rohrleitungssysteme aus dem Hause Geberit mit dem Service der industriellen Vorfertigung (IV). Statt einzelner Produkte liefert Geberit anschlussfertige Sanitärsysteme am Einbautag auf die Baustelle. Das Verfahren optimiert die Kosten, beschleunigt den Bauablauf und minimiert die Schnittstellen zwischen den Gewerken. Von konventionell erstellten Trockenbau-Schächten und -vorwänden unterscheidet sich das Quattro/GIS-System damit durch die Herstellung aus geprüften Systemkomponenten und durch eine Vorfertigung nach industriellen Maßstäben. Die Ü-Kennzeichnung belegt, dass bei der Herstellung der vorgefertigten Einheiten alle Anforderungen der Systemzulassung erfüllt werden.

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