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Warmwasser mit Wärmepumpe effizient?

1 Je höher die Warmwassertemperatur, desto höher muss die Wärmepumpe das Temperaturniveau anheben.

2 Ein Speicher ist nicht nur Komfortpuffer, sondern auch Verlustfläche.

3 Effizient ist es meistens, Warmwasser in passenden Zeitfenstern zu laden, damit der Speicher zu den typischen Zapfzeiten stabil ist.

4 Eine Zirkulation kann den Komfort deutlich verbessern. Energetisch ist sie aber oft der größte Hebel.

5 Besonders bei Frischwasserstationen kann eine ungünstige Kombination aus hoher Puffertemperatur, schlechter Schichtung und laufender Zirkulation dazu führen, dass der Puffer ständig „angezapft“ wird.

Warmwasser ist bei Wärmepumpen oft der Punkt, an dem aus „läuft sparsam“ plötzlich „Warum ist die Stromrechnung so hoch?“ wird. Nicht, weil Wärmepumpen Warmwasser grundsätzlich schlecht können - sondern weil Warmwasser im Vergleich zur Heizung meist höhere Temperaturen verlangt.

Merke: Je höher die Warmwassertemperatur, desto höher muss die Wärmepumpe das Temperaturniveau anheben. Dieser für die Effizienz entscheidende Temperaturhub ist die Differenz zwischen der Temperatur der Wärmequelle (z. B. Außenluft) und der für die Speicherladung erforderlichen Vorlauftemperatur.

Und damit sind wir beim COP: Der COP (Coefficient of Performance) sagt, wie viel Wärme die Wärmepumpe pro eingesetzter Kilowattstunde Strom liefert. COP 4 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden etwa 4 kWh Wärme. Beim Warmwasser sinkt der COP oft, weil der Temperaturhub größer ist.

Erst verstehen: Wie Warmwasser mit WP überhaupt entsteht

Viele Anlagen arbeiten mit einem Trinkwarmwasserspeicher: Die Wärmepumpe lädt den Speicher in Ladephasen, anschließend wird daraus gezapft. Wichtig ist: Ein Speicher ist nicht nur Komfortpuffer, sondern auch Verlustfläche. Je höher die Speichertemperatur und je länger sie anliegt, desto mehr Wärme geht als Bereitschaftsverlust an den Raum.

Praxis-Tipp: Bereitschaftsverluste findest du oft als Kennwert „kWh/24h“ auf Typenschild oder Energieetikett des Speichers. Damit kannst du grob abschätzen, was „Warmhalten“ kostet.

Beispiel: 1,5 kWh/24 h Verlust x 365 Tage = ca. 548 kWh Wärme pro Jahr. Bei COP 3 sind das rund 548kWh/3 = 183 kWh Strom - nur dafür, dass der Speicher warm steht. (Je nach Speicher kann der Wert deutlich höher oder niedriger liegen.

Dazu kommt: Warmwasserladung ist für die Wärmepumpe „Bergauffahren“. Heizbetrieb mit 30-35 °C Vorlauf ist vergleichsweise entspannt, Warmwasser mit deutlich höherem Niveau ist anspruchsvoller. Grundprinzip: so niedrig wie möglich, so hoch wie nötig – aber immer so, dass Komfort und Hygieneanforderungen erfüllt sind.

Warmwasserbedarf: Komfort entsteht nicht nur durch heiß

Viele Warmwasserprobleme beginnen mit einer falschen Komfortlogik: „Wenn ich den Speicher auf 60 °C stelle, reicht das auf jeden Fall.“ Stimmt oft – ist aber häufig der teuerste Weg. Komfort hängt auch an Speichergröße, Zapfprofil (wann/wie viel wird gezapft?), Leitungswegen und einer sauberen Verteilung.

Praxis: Die meisten Haushalte haben Zapfspitzen morgens und abends. Effizient ist es meistens, Warmwasser in passenden Zeitfenstern zu laden, damit der Speicher zu den typischen Zapfzeiten stabil ist – und dazwischen möglichst in Ruhe bleibt. Das reduziert Starts, senkt Verluste und schont oft auch den Zuheizer.

Temperaturhub: Warum „nur ein paar Grad mehr“ spürbar kostet

Der Temperaturhub ist der zentrale Effizienzhebel beim Warmwasser. Jede Erhöhung des Warmwasser-Sollwerts vergrößert den Hub – und damit die Verdichterarbeit. Zusätzlich steigen die Speicherverluste, weil die Temperaturdifferenz zur Umgebung größer wird.

Merksatz für Azubis: Zwei Effekte zahlen auf die Rechnung ein

  • die Wärmepumpe arbeitet ineffizienter (COP sinkt)
  • der Speicher/das Rohrnetz verliert mehr Wärme.
  • Hygiene ohne Mythen: Legionellen und Regeln kurz einsortiert

    Beim Thema Legionellen passieren zwei typische Fehler: Entweder man nimmt es nicht ernst - oder man reagiert mit „maximal heiß, dann ist alles sicher“. Fachlich sauber ist ein realistisches Konzept aus Temperatur, Nutzung und Anlagenaufbau (keine Totleitungen, keine langen Stagnationsstrecken).

    DVGW-Arbeitsblatt W 551 ist eine zentrale Regel zur Trinkwasserhygiene in Deutschland. Es unterscheidet u. a. zwischen Kleinanlagen und Großanlagen und nennt Temperaturanforderungen für Großanlagen.

    Eine Großanlage liegt vor, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:

  • Speicherinhalt des Trinkwassererwärmers > 400 Liter, oder
  • in mindestens einer Leitung zwischen Abgang Trinkwassererwärmer und Entnahmestelle stehen über 3 Liter Wasser (Volumen eines Fließwegs, nicht das Gesamtvolumen).
  • In Großanlagen fordert W 551 im Betrieb u. a. Temperaturen von mindestens 60 °C am Austritt des Trinkwassererwärmers (PWH) und mindestens 55 °C im Zirkulationsrücklauf (PWH-C).

    Frischwasserstation: Warmwasser im Durchlauf – was ändert sich?

    Bei der Frischwasserstation wird Trinkwasser nicht als großes Warmwasservolumen gespeichert. Es wird erst beim Zapfen im Durchlauf über einen Plattenwärmetauscher erwärmt. Die Energie steckt dabei meist in einem Heizungs-Puffer­speicher.

    Das kann hygienisch Vorteile bringen (weniger warm stehendes Trinkwasser). Aber: Lange Leitungswege, selten genutzte Entnahmestellen, Totleitungen und eine ungünstig betriebene Zirkulation bleiben auch hier die typischen Problemzonen.

    Beim Komfort verschiebt sich der Fokus: Eine Frischwasserstation braucht oben im Puffer eine ausreichend warme Zone – und eine Einbindung, die die Schichtung erhält. Wird alles „durchgemischt“, ist der Puffer oben nicht mehr heiß genug und es kommt bei hoher Zapfmenge schnell nur lauwarm.

    Einstellungen in der Praxis: Zeitfenster, Sollwerte, Heizstab, PV

    Wenn du beim Kunden an der Regelung stehst, bringen selten exotische Menüpunkte den großen Effekt – sondern saubere Basics: Zeitfenster, Temperaturniveau, Zuheizer im Blick. Gerade bei PV lohnt es sich, Warmwasser bewusst in die Mittagszeit zu legen.

    Faustwerte (typische Kleinanlage im EFH, hersteller- und objektabhängig):

  • Warmwasser-Sollwert Speicher: oft 50–55 °C als Startpunkt. Um einen sicheren Verbrühschutz gemäß den a. a. R. d. T. zu gewährleisten, ist bei Speichertemperaturen von 60 °C oder mehr der Einbau einer thermostatischen Mischeinrichtung am Speicherausgang zu empfehlen und in vielen Anwendungsfällen (z. B. in öffentlichen oder gewerblichen Einrichtungen) auch normativ gefordert. Diese begrenzt die Warmwassertemperatur im Netz auf einen sicheren Wert (z. B. ≤ 55 °C). Als positiver Nebeneffekt wird durch die Beimischung von Kaltwasser das verfügbare Mischwasservolumen vergrößert, was den Zapfkomfort erhöht.
  • Zeitfenster: 1–2 Ladefenster passend zu den Zapfzeiten (z. B. morgens und spätnachmittags/abends). Bei PV zusätzlich ein Mittagsfenster.
  • Legionellen-/Hygieneprogramm: je nach Konzept/Regelwerk z. B. 1 x pro Woche den gesamten Speicherinhalt auf mindestens 60 °C durchwärmen. Dies wird über einen Fühler im kältesten Speicherbereich nachgewiesen. Oft übernimmt der Zuheizer diese Aufgabe.
  • Zuheizer (Heizstab): nicht „blind“ abschalten. sondern prüfen, wann er anspringt (Betriebsstunden/Fehlermeldungen/Log) und die Ursachen beheben (zu hoher Sollwert, zu kurze Zeitfenster, falsche Hydraulik).
  • PV-Kopplung in der Praxis: Viele Regler bieten eine Funktion wie „PV-Überschuss“, „SG Ready“ oder „WW-Boost“. Ziel ist, die Warmwasserladung in sonnenreiche Zeiten zu verschieben (Zeitfenster und ggf. temporär höherer Sollwert). Wichtig: nicht dauerhaft hochfahren – lieber gezielt, wenn wirklich Überschuss da ist.

    Zirkulation: Komfort ja – aber bitte ohne Dauerlauf

    Eine Zirkulation kann den Komfort deutlich verbessern (schnell warmes Wasser). Energetisch ist sie aber oft der größte Hebel: Dauerzirkulation heißt Dauerverluste. Warmes Wasser läuft permanent durch Leitungen, gibt Wärme ab, der Speicher kühlt aus – die Wärmepumpe lädt nach, auch ohne Zapfung.

    Praxis-Richtwert: Statt 24/7 eher Zeitprogramme oder bedarfsorientierte Lösungen (Taster, Temperaturfühler) – und konsequente Rohrdämmung. Viele Reklamationen „WP macht ständig Warmwasser“ sind am Ende Zirkulationsverluste.

    Eine Frischwasserstation mit Zirkulation ist ein Sonderfall: Der Zirkulationsrücklauf (PWH-C) muss an einem vom Hersteller explizit dafür vorgesehenen Anschluss an der Frischwasserstation oder einer speziellen Zirkulations-Anschlussgruppe eingebunden werden.

    Diese Bauteile sind so gestaltet, dass sie eine unzulässige Wärmeübertragung auf die Kaltwasserleitung (PWC) sicher unterbinden. Eine direkte Verbindung der Zirkulation mit dem Kaltwasser ist unzulässig, da dies zu einer Erwärmung des Kaltwassers über die in der DIN 1988-200 festgelegte Temperaturgrenze von 25 °C führen würde. Dies würde das Wachstum von Mikroorganismen im Kaltwassernetz begünstigen und stellt somit eine ernsthafte Gefährdung der Trinkwasserhygiene dar.

    Normen kurz erklärt:

    DIN EN 1717 regelt den Schutz des Trinkwassers vor Verunreinigungen (z. B. welche Sicherungseinrichtungen wo nötig sind). DIN 1988-200 enthält u. a. ­Anforderungen zur Trinkwasserinstallation, z. B. zur Temperatur im Kaltwasser. Z. B. schreibt die DIN 1988-200 vor, dass Kaltwasser nicht wärmer als 25 °C werden darf – deshalb darfst du die Zirkulation nicht einfach ans Kaltwasser anschließen.

    In der Praxis gilt: immer Herstellervorgaben der Station und die Normen zusammen betrachten.

    Typische Fehler – und wie du sie beim Service schnell entlarvst

    Der Klassiker ist „zu heiß aus Sicherheitsgefühl“. Der zweite Klassiker ist Dauerzirkulation. Der dritte sind Zeitprogramme, die am Alltag vorbeigehen (zu kurz, zu spät, ungünstig gelegt) – dann kippt Komfort oder der Zuheizer greift ein.

    Typischer Praxisfall: EFH, Speicher 60 °C, Zirkulation 24/7. Ergebnis: viele Warmwasser-Starts pro Tag, hoher Stromverbrauch. Lösung: Speicher-Soll auf 52–55 °C, Zirkulation nur zu Nutzungszeiten, Leitungen nachgedämmt, Zeitfenster passend gelegt. Ergebnis: Komfort bleibt, Starts und Verbrauch sinken deutlich.

    Nachlade-Karussell – was passiert da? Besonders bei Frischwasserstationen kann eine ungünstige Kombination aus hoher Puffertemperatur, schlechter Schichtung und laufender Zirkulation dazu führen, dass der Puffer ständig „angezapft“ wird. Die Wärmepumpe lädt dann in kurzen Abständen nach - viele Starts, wenig Nutzen.

    Woran erkennst du das?

    Verkalkung an Frischwasserstationen - so wird’s praktisch: Bei hartem Wasser und hohen (Puffer-) Temperaturen kann der Plattenwärmetauscher auf der Trinkwasserseite schneller verkalken. Ab etwa 14 °dH (deutsche Härte) solltest du aufpassen. Die Wasserhärte kannst du beim Wasserversorger erfragen oder mit Teststreifen prüfen. Typisches Symptom: Die Warmwassertemperatur bricht bei hoher Zapfmenge (z. B. beim Duschen) deutlich ein, obwohl die Pufferspeichertemperatur im oberen Bereich ausreichend hoch ist. Bei geringen Zapfmengen (z. B. Händewaschen) wird die Solltemperatur hingegen oft noch erreicht. Dies deutet auf eine unzureichende Wärmeübertragung im Plattenwärmetauscher hin.

    Typische Bestandsanlage: Der Pufferspeicher puffert Last­spitzen – die Qualität der Rohrdämmung entscheidet über die ­Bereitschaftsverluste.

    Bild: Maxi_2015 - stock.adobe.com

    Typische Bestandsanlage: Der Pufferspeicher puffert Last­spitzen – die Qualität der Rohrdämmung entscheidet über die ­Bereitschaftsverluste.
    Feineinstellung statt „Pi mal Daumen“: Der Monteur optimiert die Regelung direkt an der Anlage.

    Bild: Kzenon - stock.adobe.com

    Feineinstellung statt „Pi mal Daumen“: Der Monteur optimiert die Regelung direkt an der Anlage.
    Aufgeräumter Technikraum: klare Leitungsführung und saubere Montage erleichtern Service und Fehlersuche.

    Bild: Kadmy - stock.adobe.com

    Aufgeräumter Technikraum: klare Leitungsführung und saubere Montage erleichtern Service und Fehlersuche.
    Schichtung ist kein Zufall – sie hängt von Anschlüssen, Einströmung und Volumenstrom ab.

    Bild: ChatGPT/SBZ Monteur/vO

    Schichtung ist kein Zufall – sie hängt von Anschlüssen, Einströmung und Volumenstrom ab.
    Regelung im Fokus: Einstellungen wie Temperaturen oder Betriebszeiten sollten nur gezielt verändert werden.

    Bild: ChatGPT/SBZ Monteur/vO

    Regelung im Fokus: Einstellungen wie Temperaturen oder Betriebszeiten sollten nur gezielt verändert werden.

    Kurz erklärt – die wichtigsten ­Begriffe

  • Temperaturhub: Beschreibt die Temperaturdifferenz, die die Wärmepumpe zwischen der Wärmequelle (z. B. Außenluft) und der benötigten Systemtemperatur (z. B. Vorlauftemperatur zur Speicherladung) überwinden muss. Je größer dieser Hub, desto geringer die Effizienz (COP). Bei -5 °C Außentemperatur und 55 °C Speichertemperatur muss die WP also einen Hub um 60 K schaffen.
  • COP: Verhältnis aus abgegebener Wärme zu eingesetztem Strom. Je höher, desto besser.
  • Bereitschaftsverluste: Wärme, die ein Speicher an den Aufstellraum abgibt - auch wenn niemand zapft.
  • Schichtung: Oben heiß, unten kühler. Gute Schichtung liefert oben sofort „Power“ und hält unten die Temperaturen niedrig (gut für Effizienz).
  • Zu den Kürzeln:

    PWH  = Trinkwasser warm (Potable Water Hot), PWC = Trinkwasser kalt (Potable Water Cold). Das Kürzel für die Zirkulationsleitung lautet PWH-C. Bei Frischwasserstationen wird der Zirkulationsrücklauf (PWH-C) an einem vom Hersteller vorgesehenen Anschluss an der Station oder einer speziellen Zirkulationsbaugruppe eingebunden. Dieser Anschluss ist so konstruiert und platziert, dass eine unzulässige Erwärmung der Kaltwasserleitung (PWC) auf über 25 °C, wie von der DIN 1988-200 gefordert, sicher vermieden wird. Eine direkte Verbindung des PWH-C mit der PWC-Leitung ist unzulässig.

    a. a .R. d. T. = allgemein anerkannte Regeln der Technik. Das sind z. B. DIN-Normen und DVGW-Arbeitsblätter – also das, was du einhalten musst, um fachgerecht zu arbeiten. Diese sind auch bei Kleinanlagen einzuhalten. Für Trinkwassererwärmer in Kleinanlagen, die bestimmungsgemäß betrieben und nach den a. a. R. d. T. geplant und installiert wurden, ist ein Dauerbetrieb mit Temperaturen unter 60 °C grundsätzlich möglich. Gegen Legionellen hilft vor allem: Wasser darf nicht zu lange stehen bleiben. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme kann, je nach Nutzungsprofil und Risikobewertung, ein regelmäßiges Aufheizen (sog. Legionellenprogramm) sinnvoll sein. Dabei muss sichergestellt werden, dass das gesamte im Trinkwassererwärmer bevorratete Wasservolumen periodisch auf eine Temperatur von mindestens 60 °C durchgewärmt wird. Um diese vollständige Durchladung nachzuweisen, wird in der Praxis der Temperaturfühler im kältesten Bereich des Speichers (üblicherweise nahe des Kaltwasserzulaufs im untersten Speicherbereich) als Referenz für die Regelung herangezogen. Erst wenn dieser Fühler die 60 °C erreicht hat, gilt die Maßnahme als erfolgreich abgeschlossen. Eine alleinige Messung am Speicherausgang (PWH) ist hierfür nicht ausreichend. Soll eine systemische thermische Desinfektion (z. B. als Sanierungsmaßnahme nach einer Kontamination gemäß DVGW W 551) durchgeführt werden, muss die gesamte Trinkwasserinstallation (warm) so betrieben werden, dass an jeder Entnahmestelle für die Dauer von mindestens drei Minuten Wasser mit einer Temperatur von mindestens 70 °C entnommen wird. Dies ist eine Maßnahme für den Fachmann, die eine sorgfältige Planung und Ankündigung erfordert, um das hohe Verbrühungsrisiko für die Nutzer auszuschließen. Die Notwendigkeit und die Intervalle sind objektspezifisch festzulegen.

    Schichtung erhalten – so geht’s in der Praxis:

  • Rückläufe (Heizung/Station) in die dafür vorgesehenen unteren Stutzen einbinden, nicht oben.
  • Pumpen nicht unnötig auf Vollgas: hohe Volumenströme mischen schneller durch.
  • Herstellerhydraulik einhalten (Sensorpositionen, Einbindepunkte, ggf. Schichtladeeinrichtungen).
  • 3 Stellschrauben für ­effizientes WP-Warmwasser

  • Temperatur: nicht höher als nötig. Bei Frischwasserstationen zählt vor allem die ­Temperatur oben im Puffer.
  • Zeit: Warmwasser/obere Pufferzone in sinnvollen Fenstern laden - passend zu ­Nutzung und Anlage (ggf. PV nutzen).
  • Zirkulation und Verluste: kein Dauerlauf. Komfort ja - aber Verluste im Griff behalten (Zeitprogramm/bedarfsgerechte Steuerung und Dämmung).
  • Azubi-FAQ – 8 schnelle Antworten aus der Praxis

  • Welche Temperatur stelle ich ein?
  • Starte bei Kleinanlagen oft mit ca. 50-55 °C Speicher-Sollwert und prüfe Komfort. Wenn ein Hygieneprogramm vorgesehen ist, muss dieses den Speicherinhalt regelmäßig auf mindestens 60 °C durchwärmen (z. B. wöchentlich).

  • Kann ich den Heizstab abschalten?
  • Nur wenn Hersteller/Planung das zulassen. Besser: Laufzeiten prüfen und Ursachen für häufiges Zuschalten beheben.

  • Wie erkenne ich, ob die Schichtung okay ist?
  • Oben am Puffer deutlich wärmer als unten. Viele Regler zeigen mehrere Fühler. Wenn alles ähnlich warm ist: Schichtung ist weg (Einbindung/Volumenströme prüfen).

  • Zirkulation: Welche Laufzeiten?
  • Typisch sind kurze Zeitfenster zu Nutzungszeiten (morgens/abends). Dauerlauf ist selten sinnvoll. Komfort und Rohrwege entscheiden.

  • Frischwasserstation oder Speicher?
  • Beide Systeme haben Vor- und Nachteile. Der Trinkwarmwasserspeicher vereint die Speicherung von Energie und Trinkwasser in einem Bauteil und ist eine robuste, bewährte Lösung. Die Frischwasserstation erwärmt das Trinkwasser im Durchlaufprinzip, was hygienische Vorteile bietet, benötigt dafür aber zwingend einen separaten Heizungs-Pufferspeicher als Energie­reservoir. Die Entscheidung ist immer objektbezogen zu treffen. Bei der Frischwasserstation wird die maximale Zapfleistung (Schüttmenge in l/min) durch die Wärmeübertragungsleistung des Plattenwärmetauschers bestimmt. Diese hängt von Puffertemperatur, Volumenstrom und Kaltwassertemperatur ab. Die Frischwasserstation kann kurzzeitig viel mehr Leistung liefern als die WP selbst hat – weil der Puffer als Energiereserve dient. Die WP lädt dann in Ruhe nach. Der Puffer dient als Leistungs- und Energiereservoir.

  • Wie oft entkalken?
  • Keine Pauschale: Wasserhärte, Temperaturen und Nutzung entscheiden. Mindestens regelmäßig prüfen (Filter/Volumenstrom/Temperaturabfall) und nach Herstellervorgabe spülen/entkalken.

  • PV-Kopplung: Wie stelle ich das ein?
  • Zeitfenster in die Mittagszeit legen und ggf. die PV/SG-Ready-Funktion aktivieren, die bei Überschuss Warmwasser lädt. Nicht dauerhaft auf hohe Temperatur ziehen.

  • Thermische Desinfektion: Wie läuft das?
  • Viele Regler können ein Hygieneprogramm automatisch starten (z. B. wöchentlich). Häufig wird dafür der Zuheizer genutzt. Der Grund: Nicht jede Wärmepumpe kann, insbesondere bei kalter Außenluft, die erforderlichen Temperaturen von über 60 °C effizient und materialschonend erzeugen. Der Betrieb an der Leistungsgrenze führt zu einem sehr niedrigen COP und hoher Belastung für den Verdichter. Der gezielte, kurze Einsatz des Heizstabs ist hier oft die technisch und wirtschaftlich bessere Lösung.

    Der Autor
    Stephan von Oelhafen
    ist Chefredakteur des SBZ-Monteur

    Bild: SBZ Monteur

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