Bild: ChatGPT/SBZ Monteur
Wir brauchen eine Klimaanlage. Das kann alles heißen – vom Monosplit im Schlafzimmer bis zur Komplettlösung. Trenne die Begriffe sauber: „Klimasplit“, „Klimaanlage“ und „reversible Wärmepumpe“ (eine Wärmepumpe, die per Umschaltventil sowohl heizen als auch kühlen kann) beschreiben technisch sehr unterschiedliche Dinge.
Wärme wird verschoben, nicht vernichtet
Merksatz: Es gibt keine Kälte als eigene Energieform – physikalisch existiert nur Wärme.
Kühlen heißt immer: Wärme wird von einem Ort zum anderen transportiert, nicht vernichtet. Das Innengerät nimmt Wärme aus dem Raum auf, draußen wird sie wieder abgegeben.
Kühlen ist aber nicht „Heizen rückwärts“: Kondensat, Taupunkt und Entfeuchtung kommen hinzu – sie entscheiden über Funktion oder Wasserschaden.
Druck und Temperatur
Merke: Wir steuern über den Druck, bei welcher Temperatur das Kältemittel verdampft oder kondensiert. Innen haben wir niedrigen Druck -> es verdampft schon bei ca. 5 °C und zieht dabei Wärme aus dem Raum. Außen haben wir hohen Druck -> es kondensiert erst bei ca. 45 °C und gibt die Wärme an die Außenluft ab.
Grundregel: Je höher der Druck auf eine Flüssigkeit, desto höher die Temperatur, bei der sie verdampft. Küchenvergleich: Wasser kocht und verdampft bei etwa 1 bar bei 100 °C, im Dampfkochtopf bei etwa 2 bar erst bei ca. 120 °C. Bei Kältemitteln ist es genauso – nur bei viel niedrigeren Temperaturen.
Kurz zu den Druckangaben:
- Überdruck = das, was das Manometer über dem normalen Luftdruck anzeigt.
- Absolutdruck = Überdruck + ca. 1 bar Luftdruck.
Welcher Druck zu welcher Temperatur gehört, steht auf der Druck-Temperatur-Tabelle des Kältemittels – digitale Monteurhilfen zeigen es automatisch an. Alle folgenden Werte sind Überdruck. R32 verdampft:
- bei ca. 8,3 bar schon bei ca. 5 °C -> entzieht dem Raum Wärme
- bei ca. 28 bar erst bei ca. 45 °C -> gibt Wärme an die Außenluft ab, sogar bei 30 °C draußen
Der Kältekreislauf in vier Schritten
Erklärung
ND = Niederdruck,
HD = Hochdruck
Sattdampftemperatur = die Temperatur, bei der das Kältemittel beim aktuellen Druck gerade siedet
Nassdampf = Gemisch aus Flüssigkeit + Dampf
Heißgas = reines, überhitztes Gas.
- Verdampfen (Innengerät, ND): Aus dem Expansionsventil kommt kaltes Nassdampfgemisch. Bei niedrigem Druck verdampft der flüssige Anteil bei 5 °C. Die Energie dafür zieht es aus der Raumluft – genau wie Schweiß beim Verdunsten die Haut kühlt. Der Raum kühlt ab, das Kältemittel ist am Ende gasförmig.
- Verdichten (Kompressor, ND -> HD): Das Gas wird komprimiert, Druck und Temperatur steigen auf 80–100 °C. Der Kompressor hat den Druck erhöht. Zu diesem hohen Druck gehört eine Siedetemperatur von 45 °C. Konkret: Bei diesem Druck sollte das Kältemittel bei 45 °C sieden, ist aber 85 °C heiß -> die Heißgasüberhitzung beträgt 40 K. Diese hohe Überhitzung am Kompressoraustritt misst du nicht zur Kontrolle – wichtig für dich ist nur die Saugüberhitzung von 5-8 K am Verdampferaustritt (das ist die Regelgröße, also der Messwert, an dem sich das Ventil orientiert). Die 40 K sind gewollt, damit keine Flüssigkeit in den Kompressor gelangt (Flüssigkeit zerstört ihn).Hinweis R32 läuft heißer als R410A: Das regelt die Anlage über die Elektronik. Wichtig ist nur, dass du bei Auslegung und Montage die Herstellervorgaben (Leitungslänge, Füllmenge) genau einhältst, damit das Kompressoröl nicht leidet.
- Verflüssigen (Verflüssiger, HD): in drei Phasen:
- Expandieren (Expansionsventil, HD -> ND): Die Flüssigkeit wird durch eine enge Drossel gepresst, der Druck fällt schlagartig. Ein Teil verdampft sofort und kühlt den Rest auf ca. 5 °C. Zurück in den Verdampfer – der Kreislauf beginnt von vorn.
Merkhilfe: HD-Seite (Heißgas) ist die heiße Seite, die ND-Saugleitung ist kalt und oft beschlagen. An der Monteurhilfe steht üblicherweise Rot = HD, Blau = ND.
°C oder K? Einfache Eselsbrücke: Ein einzelner Messwert wird in °C angegeben („die Leitung ist 11 °C warm“). Sobald du zwei Werte voneinander abziehst und eine Differenz herauskommt, schreibst du K („11 °C − 5 °C = 6° ≙ 6 K Überhitzung“). Also: Messwert = °C, Ergebnis einer Subtraktion = K. Zahlenmäßig gleich, aber K ist prüfungssicher.
Überhitzung und Unterkühlung prüfen
Mit einem Anlegefühler die Temperatur an Saug- und Flüssigkeitsleitung messen. Damit die Umgebungsluft nicht verfälscht: Fühler gut am blanken Rohr befestigen und die Messstelle mitisolieren. Den Druck liest du am Manifold ab – so heißt die Monteurhilfe mit den Manometern und Schläuchen (digitale zeigen die passende Temperatur direkt an).
- Überhitzung R32: ca. 8,3 bar -> Sattdampf 5 °C; Saugleitung 11 °C -> 6 K (Soll 5-8 K).
- Unterkühlung R32: 28 bar -> Sattdampf 45 °C; Flüssigkeitsleitung 39 °C -> 6 K (Soll 4-8 K).
Was tun, wenn die Werte nicht passen? So gehst du der Reihe nach vor:
- Überhitzung zu hoch (z. B. 12 K): meist zu wenig Kältemittel -> es verdampft zu früh und wird auf dem Restweg nur noch aufgeheizt.
- Überhitzung zu niedrig (unter 5 K): meist zu viel Kältemittel -> Gefahr, dass Flüssigkeit zum Kompressor kommt.
- Prüf-Reihenfolge: Erst Überhitzung und Unterkühlung zusammen betrachten. Sind beide daneben und passt die Füllmenge laut Waage/Protokoll nicht -> Füllmenge korrigieren. Stimmt die Füllmenge nachweislich -> Verdacht auf Expansionsventil (verstopft, klemmt, Fühler falsch). Merke: Füllmenge zuerst, Ventil ist der zweite Verdächtige.
- Weitere Fallen: Eine zu lange, geknickte oder teilverstopfte Flüssigkeitsleitung hungert den Verdampfer aus und täuscht eine zu hohe Überhitzung vor. Umgekehrt senkt ein zu geringer Luftvolumenstrom – verdreckter Filter, zugesetzte Lamellen – die Überhitzung (Gefahr Flüssigkeitsschlag); ein zugesetzter Verflüssiger äußert sich vor allem in hohem Hochdruck. Deshalb vor der Fehlersuche immer erst Filter, Lamellen und Luftvolumenstrom kontrollieren.
Kältemittel
Beim Phasenwechsel nimmt bzw. gibt das Kältemittel große Energiemengen auf – diese versteckte Energie heißt latente Wärme.
GWP = Treibhauspotenzial gegenüber CO₂. Sicherheitsklasse (ISO 817): Buchstabe = Giftigkeit, Zahl = Brennbarkeit, L = langsame Flammenausbreitung.
Kälteschein: Für F-Gase (R32, R410A) brauchst du eine Zertifizierung nach VO (EU) 2015/2067. Kat. II erlaubt Anlagen < 3 kg, Kat. I das uneingeschränkte Arbeiten (auch größere Füllmengen). Als Azubi machst du den Schein nach dem Gesellenbrief in einer Extra-Schulung mit Prüfung. Für R290 gilt ein gleichwertiger Sachkundenachweis plus Explosionsschutz.
Sensible und latente Kühlung, Taupunkt
Beim Kühlen passiert zweierlei: sensibel (fühlbar, Temperatur sinkt) und latent (Feuchte kondensiert am kalten Verdampfer). 28 °C feucht fühlen sich schlimmer an als 28 °C trocken.
Taupunkt = die Temperatur, bei der die Luft ihre Feuchtigkeit nicht mehr halten kann und Wasser kondensiert. Flächensysteme (Fußboden, Decke) fahren im Kühlbetrieb bewusst über dem Taupunkt (16-18 °C Vorlauf), sonst schwitzt der Boden. Achtung fürs Kundengespräch: kein Wasser = keine Entfeuchtung. Absicherung: Taupunktregelung plus Kondensatwächter als Notabschaltung.
Kühllast und Effizienz
Faustformel (nur für einen einzelnen Raum im Bestand): 40-100 W/m², je nach Dämmung (Neubau-Wohnzimmer 25 m² ≈ 1,0-1,25 kW; Dachgeschoss mit Südverglasung 100 W/m²+). Innere Lasten: Person 100-125 W, PC 100-300 W, TV 80-150 W. Sobald mehrere Räume oder große Leistung (Multi-Split/Gewerbe ab ca. 8-10 kW) -> rechnet der Fachplaner (VDI 2078).
Effizienz-Kennzahlen (immer gilt: höher = weniger Strom):
- EER = Leistungszahl im Kühlbetrieb (Kälteleistung ÷ elektr. Aufnahme) in einem Betriebspunkt. Der Wert liegt über 1, weil Wärme nur verschoben und nicht erzeugt wird – deshalb ist es kein „Wirkungsgrad“.
- SEER = saisonaler Wert: rechnet einen ganzen Sommer mit unterschiedlichen Außentemperaturen und Teillast mit – realistischer.
- COP = Leistungszahl im Heizbetrieb; im Kühlbetrieb entspricht er dem EER.
Passiven Sonnenschutz (Rollläden, Außenjalousien) nie vergessen – er senkt die Kühllast dramatisch.
Aktive vs. passive Kühlung
Bei Sole/Wasser-Wärmepumpen ist passive Kühlung möglich. Sole ist ein Wasser-Frostschutz-Gemisch (mit Glykol), das im Erdkreislauf zirkuliert. Im Erdreich herrschen ganzjährig ca. 8-12 °C.
Systemauswahl
- Multi-Split: mehrere Innengeräte an einem Außengerät.
- VRF/VRV: Das Außengerät regelt den Kältemittelstrom zu jedem Innengerät. 3-Leiter-Systeme (Gas-, Flüssigkeits- und zusätzliche Sammelleitung) mit Wärmerückgewinnung können einen Sonnenraum kühlen und mit dessen Abwärme den Nordraum heizen. Herstellerschulung meist Pflicht.
- Reversible WP: Das Umschaltventil (4-Wege-Ventil) kehrt den Kältemittelstrom um (heizen/kühlen). Förderung (BAFA/BEG) ist ein starkes Verkaufsargument.
- Fußbodenkühlung: nur 30-40 W/m² (Boden nicht unter 19-20 °C, über Taupunkt). Kühldecken schaffen mehr, vor allem durch den großen Strahlungsanteil.
- Fan-Coils: Wasser + Ventilator + Kondensatwanne, entfeuchten deutlich besser als Flächensysteme.
- Mobile Monoblocks: Der Abluftschlauch am gekippten Fenster erzeugt Unterdruck, heiße Außenluft strömt nach – schlechter Wirkungsgrad. Ehrlich mit dem Kunden reden.
So kann man sich die zwei Kreisläufe vorstellen: ein Solekreis (Flüssigkeit aus der Erde) und ein Hauskreis (Wasser für Fußboden/Kühldecke). Beide berühren sich nie – sie treffen nur im Wärmetauscher aufeinander und geben dort die Kälte weiter. Weil der Verdichter gar nicht anläuft und nur die Umwälzpumpen Strom brauchen, ist der Verbrauch minimal. Die 8-12 °C reichen für eine sanfte Grundkühlung; an extremen Hitzetagen stößt sie an Grenzen.
Mono-Split montieren
Abstand zu Wänden/Decke beachten (meist min. 15 cm oben, 5 cm seitlich).
- Montageplatte waagerecht ausrichten
- Kernbohrung Ø 65–80 mm mit 1 % Gefälle nach außen
- Innengerät einhängen, Leitungen anschließen
- Kondensatablauf min. 1 % (besser 2 %) Gefälle, ohne Sackbildung
- Elektro- und Kältemittelleitungen fachgerecht verbinden
Tipp zur Kernbohrung: 1 % heißt 1 cm Höhenunterschied auf 1 m – bei 40 cm Wand also nur ca. 4 mm. Bohrmaschine leicht schräg ansetzen (außen tiefer als innen), Wasserwaage auf dem Bohrständer hilft. Lieber etwas mehr Gefälle – Hauptsache, das Kondensat läuft sicher nach außen.
Wanddurchführung bei WDVS (Wärmedämmverbundsystem)
Grundregel: innen dampfdicht, außen diffusionsoffen. Diffusionsoffen heißt: die Schicht lässt Feuchtigkeit als Dampf hindurch, damit die Dämmung nach außen austrocknen kann. Innen dicht -> keine feuchte Raumluft in die Dämmung (sonst Kondensat, Dämmung verrottet). Praktisch: Kunststoffhülse durch die Wand, innen mit Manschette dampfdicht anschließen, außen Fassadenrosette, Ringspalt mit Kompriband (vorkomprimiertem Dichtband) schließen.
Kältemittelleitungen verlegen und bördeln
Bördeln heißt: Das Rohrende wird trichterförmig aufgeweitet, damit es dicht mit der Überwurfmutter verschraubt werden kann. Das ist die häufigste Undichtigkeitsquelle:
- Rohre sauber schneiden, entgraten, Exzenter-Bördelgerät verwenden. Vorher an Übungsrohren üben.
- Gute Bördelung (Sichtprüfung): Trichter rundum gleich breit, Oberfläche spiegelglatt und glänzend, ohne Riss, Kerbe oder matte Stelle. Rand gleichmäßig hoch, nicht schief, Wand nicht dünn ausgezogen. Sobald du eine Riefe, einen Grat oder ungleichmäßige Höhe siehst -> abschneiden und neu.
- Die Rohrgröße bestimmt das Drehmoment. Die Rohrgröße (1/4“, 3/8“, 1/2“) ist durch die Geräteanschlüsse fest vorgegeben – sie steht im Datenblatt und du siehst sie an den Überwurfmuttern.
- 1/4“ ≈ 15–18 Nm
- 3/8“ ≈ 35–42 Nm
- 1/2“ ≈ 50–55 Nm
- Max. Leitungslänge/Höhenversatz laut Datenblatt einhalten (Gewährleistung!).
- Zusatzfüllmenge: Die Grundlänge (7,5-15 m) ist mit Werksfüllung abgedeckt. Pro Mehr-Meter typisch 15-30 g – genauen g/m-Wert aus dem Datenblatt. Beispiel: 12,5 m statt 7,5 m, 20 g/m -> 5 × 20 = 100 g. Ausrechnen und Leitungslänge dokumentieren darfst du üben – das Einfüllen macht der Kollege mit Kälteschein.
- Leitungen komplett isolieren, auch die Verschraubungen.
Freier Auslauf: Kondensat läuft mit sichtbarem Luftspalt (min. 20 mm) über einen Trichter – so kann kein Abwasser zurückgesaugt werden; der Siphon verhindert Kanalgeruch. Praxis-Tipp: vor dem Verkleiden einen Becher Wasser in die Wanne kippen und den Ablauf beobachten.
Kondensatpumpe bei der Jahreswartung prüfen: Schwimmerschalter von Hand anheben (Pumpe muss anspringen), Auffangbehälter und Ansaugsieb auf Schleim/Algen kontrollieren. Warnzeichen: stotternder Anlauf, lautes Laufen, Restwasser in der Wanne. Im Zweifel tauschen – ein Pumpenausfall bedeutet direkt Wasserschaden.
Kondensatmanagement
Dichtheit, Vakuumieren, Inbetriebnahme
Druckprobe (Stickstoff): Prüfdruck nach EN 378 (R32 ca. 40-42 bar), Herstellerangabe geht vor. Dauer min. 1 h, kein Druckabfall. Nur trockenen Stickstoff, keine Druckluft (bringt Feuchte ins System)!
Zur Praxis: Trockenen Stickstoff bekommst du in Druckgasflaschen. Wichtig ist ein Druckminderer mit einstellbarem Sekundärdruck – darüber stellst du den Prüfdruck genau ein und begrenzt ihn. Niemals ungeregelt aus der Flasche aufs System geben (Flaschendruck weit über 100 bar).
Vakuumieren: Praxis-Grenzwert – unter ca. 0,7 mbar ist gut. Fachlich entspricht das ≤ 300 –500 µm Hg absolut (µm Hg = Mikrometer Quecksilbersäule, die im Kältebereich übliche Vakuum-Einheit; 500 µm Hg ≈ 0,67 mbar). Schau zuerst nach, in welcher Einheit dein Gerät arbeitet. Entscheidend ist der Enddruck, nicht die Zeit.
Standzeitprüfung: Pumpe absperren, 15-30 min beobachten.
- Druck steigt leicht und pendelt sich auf festem Wert ein -> Restfeuchte, weiter evakuieren.
- Druck steigt ohne Ende -> Leckage, suchen.
Faustregel: pendelt sich ein = Feuchte, läuft durch = Leck. Nimm dir die vollen 15-30 min und lies mehrmals ab. Bei Restfeuchte flacht die Kurve ab und bleibt stehen. Bei einem Leck steigt der Wert weiter. Bei Unsicherheit: länger warten und dir das vom Gesellen an einem Fall zeigen lassen.
Leckortung: Kreislauf auf Prüfdruck, lösbare Verbindungen mit Lecksuchspray einsprühen (Blasen = Leck), bei größeren Anlagen elektronisches Suchgerät. Nach dem Fund beheben, dann erneut Druckprobe und Vakuum.
Kältemittel befüllen ist ein eigenes Thema. Zwei Dinge musst du dir merken:
- In die stehende, evakuierte Anlage (Kompressor aus, Vakuum) wird R32 flüssig eingebracht
- Bei laufendem Kompressor (Feinkorrektur) nur gasförmig auf der ND-Seite – flüssiges Kältemittel in den saugenden Kompressor = Flüssigkeitsschlag = Totalschaden
Nur mit gültigem Kälteschein selbstständig erlaubt – als Azubi assistierst du unter Aufsicht.
Inbetriebnahme-Check: Drücke ND/HD; Überhitzung 5-8 K, Unterkühlung 4-8 K; Kondensatablauf im Betrieb beobachten; elektronische Lecksuche an allen Bördelungen; Kundeneinweisung. Alles ins Inbetriebnahmeprotokoll.
Behaglichkeit: realistisch bleiben – max. ca. 6 K Differenz innen/außen (bei 34 °C draußen also ~28 °C innen, nicht 20 °C). Ein zu großer Temperatursprung belastet den Kreislauf (Erkältungsgefahr), treibt den Stromverbrauch hoch und kostet Effizienz und Lebensdauer. 6 K weniger fühlen sich bereits sehr angenehm an.
Was du als Azubi darfst
Erlaubt (unter Aufsicht): Werkzeug/Kältemittel bereitstellen, Bördeln nach Einweisung, beim Vakuumieren/Befüllen assistieren, Kondensat, Isolierung, Elektro-Zuarbeit ohne Anschluss unter Spannung. Beim Vakuum darfst du Pumpe und Schläuche anschließen und nach Anweisung starten – die Bewertung von Enddruck und Standzeit sowie das Öffnen des Kältekreises bleibt beim Kollegen mit Schein.
Nicht erlaubt (ohne Schein): selbstständig Kältekreis öffnen/befüllen/absaugen, Protokoll unterschreiben.
Zu den Normen (EN 378, DIN EN 1264, VDI 2078): Nummern musst du nicht auswendig können – wichtig ist zu wissen, dass es sie gibt; nachschlagen ist immer erlaubt.
Häufigste Montagefehler
- Falsches Gefälle / fehlender Siphon -> Wasserschaden
- Taupunkt bei Flächenkühlung ignoriert -> Boden schwitzt
- Bördelfehler -> Undichtigkeit
- Vakuumieren übersprungen -> Feuchte im Kreis, kurze Lebensdauer
- Zusatzfüllmenge vergessen -> Anlage unterfüllt
- Restkältemittel abgeblasen -> Verstoß F-Gase-VO
Prävention: Standard-Montagepaket mit Checkliste – wer nach Schema arbeitet, vergisst nichts.
Fazit
Wärme wird verschoben, nicht vernichtet – der Merksatz für dein Grundverständnis und fürs Kundengespräch. Und Kondensat und Taupunkt sind die häufigsten Wasserschadenursachen – hier entscheidet deine Sorgfalt.
1 Es gibt keine Kälte als eigene Energieform – physikalisch existiert nur Wärme.
2 Wir steuern über den Druck, bei welcher Temperatur das Kältemittel verdampft oder kondensiert.
3 Beim Phasenwechsel nimmt bzw. gibt das Kältemittel große Energiemengen auf – diese versteckte Energie heißt latente Wärme.
4 Arbeiten mit Kältemittel sind nur mit gültigem Kälteschein selbstständig erlaubt – als Azubi assistierst du unter Aufsicht.
5 Wärme wird verschoben, nicht vernichtet – der Merksatz für dein Grundverständnis.
Bild: ChatGPT/SBZ Monteur
Bild: ChatGPT/SBZ Monteur
Bild: ChatGPT/SBZ Monteur
Bild: ChatGPT/SBZ Monteur
Bild: ChatGPT/SBZ Monteur
Bild: ChatGPT/SBZ Monteur
Bild: ChatGPT/SBZ Monteur