1 Die Wämepumpe kann kühlen, aber anders als ein Klimagerät.
2 Flächenkühlung = Vorlauf begrenzen + Taupunkt überwachen.
3 Erforderlich ist eine Einrichtung zur Begrenzung der Vorlauftemperatur.
4 Verschiedene Fußbodenbeläge haben verschiedene Wärmewiderstände.
5 Fußbodenflächen liefern Grundkühlung, aktiv gekühlte Decken erzeugen eine deutlich spürbare Temperaturabsenkung.
6 Die Quelle ist fast egal – das Risiko sitzt im Raum.
Warum reden wir überhaupt über „Kühlen mit der Fußbodenheizung“? Vor zehn Jahren war das eher eine Nerd-Frage. Heute fragen Kunden oft schon beim Erstgespräch zur Wärmepumpe. Die Gründe liegen auf der Hand:
Die Antwort lautet:
Ja, sie kann – aber sie kühlt anders.
Und: Sie kühlt nur so weit, wie es die Luftfeuchtigkeit zulässt.
Genau diese beiden Sätze sind der Kern von „Wie funktioniert eigentlich… Flächenkühlung?“. Alles andere – Mischer, Sensorik, Pumpendrehzahl – sind nur Werkzeuge, damit diese beiden Sätze eingehalten werden.
Heizen vs. Kühlen – gleiche Fläche, andere Grenzen
Beim Heizen über die Fläche sind wir verwöhnt:
Beim Kühlen über die Fläche drehen wir das Prinzip um:
Der große Unterschied:
Darum lautet die wichtigste Baustellen-Regel überhaupt:
Flächenkühlung = Vorlauf begrenzen + Taupunkt überwachen.
Nicht mehr. Nicht weniger.
Der Star der ganzen Geschichte: der Taupunkt
Viele Reklamationen, viele nasse Sockelleisten, viele Anrufe im Sommer passieren nur, weil dieser Wert nicht beachtet wurde.
Was ist der Taupunkt?
Die Luft in einem Raum enthält immer Feuchtigkeit. Warme Luft kann viel Feuchte aufnehmen, kalte Luft nur wenig. Wenn du Luft abkühlst, kommt irgendwann der Punkt, an dem sie sagt: „Mehr Wasser kann ich nicht tragen.“ Und genau dann setzt sich das Wasser irgendwo ab – an der kältesten Stelle. Das ist der Taupunkt.
Du kennst das:
Beim Kühlen über die Fläche passiert genau dasselbe, wenn:
Deshalb fahren Profis nie einfach mal 16 °C Vorlauftemperatur, nur weil die Wärmepumpe das könnte. Profis gucken zuerst: Wie feucht ist der Raum? Und wo liegt der Taupunkt?
Taupunkt bestimmen
Das müssen Monteure können, weil es später bei jeder Sommerkühlung gebraucht wird.
Du brauchst:
Dann:
Fertig. Du hast aus zwei Messwerten eine sichere Vorlauftemperatur gemacht.
Typische Sommerwerte zum Merken:
Man sieht sofort: Je schwüler, desto weniger dürfen wir kühlen.
Das ist der Grund, warum Kunden manchmal sagen: „Jetzt, wo es so schwül ist, kühlt sie am wenigsten.“ Ja, genau dann schützt sich die Anlage! Das ist richtig so.
Warum begrenzt man den Vorlauf überhaupt?
Weil ohne Vorlauf-Begrenzung das passiert, wozu die Wärmepumpe Lust hat: An einem nicht so warmen Tag liefert sie vielleicht 14–16 °C, du jagst das in die FBH, die Luft im Haus ist aber bei 60 % rF → Boden schwitzt.
Eine Mischstrecke oder eine mischerfähige Pumpengruppe sorgt dafür, dass immer nur 18–22 °C im Verteiler ankommen – egal, was der Erzeuger kann.
Erforderlich ist eine Einrichtung zur Begrenzung der Vorlauftemperatur (z. B. 3-Wege-Mischer, hydraulische Weiche mit Pumpe oder interne Wärmepumpenregelung) sowie ein VL-Sensor und eine Umschaltlogik Heizen/Kühlen.
Die drei Flächentypen – und wie sie sich beim Kühlen verhalten
Fußbodenheizung
(oft 20–25 W/m²)
Wo FBH-Kühlung gut funktioniert:
Wandflächen
Deckenflächen / Kühldecken / Kapillarrohrmatten
Faustregel für Beratung:
Fußbodenflächen liefern meist 20–40 W/m² (Grundkühlung), aktiv gekühlte Decken erreichen 60–90 W/m² und erzeugen deshalb eine deutlicher spürbare Temperaturabsenkung.
Wie viel kommt am Ende wirklich raus?
Das ist wichtig für Monteure, wenn der Kunde beim Aufmaß fragt: „Reicht das dann?“
Wenn der Kunde mehr will:
Aktive und passive Kühlung – was ist was?
Aktive Kühlung (reversible Wärmepumpe):
Passive Kühlung (Sole, Erdsonde):
Für Monteure heißt das nur: Beide Varianten brauchen trotzdem eine VL-Begrenzung und eine Taupunktüberwachung. Die Quelle ist fast egal – das Risiko sitzt im Raum.
Die fünf Pflichtfunktionen für sichere Flächenkühlung
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Häufige Fehler
Fehler 1: Fühler im falschen Raum
Flur ist trocken, Wohnzimmer mit Terrassentür ist feucht → Fühler meldet alles gut, aber am Wohnzimmer-Boden bildet sich Kondensat.
Lösung: Fühler in den feuchtesten/am stärksten genutzten Raum.
Fehler 2: VL zu kalt
Es kühlt nur bis zum ersten schwülen Tag – dann ruft der Kunde an.
Lösung: VL konsequent begrenzen, am besten Wert einblenden oder in der Verteilerschranktür notieren.
Fehler 3: Pumpe Vollgas
Geräusche + zu schnelle Auskühlung naher Räume.
Lösung: Pumpe drosseln, Durchflüsse prüfen.
Fehler 4: Keine Aufklärung
Kunde versteht die Sperrfunktion nicht → denkt, die Anlage sei defekt.
Lösung: standardisierten Kunden-Text mitgeben.
Fehler 5: Keine Entfeuchtung vorgesehen
Gerade in dichten Häusern mit vielen Personen steigt relative Feuchte im Sommer schnell.
Lösung: Wenn Sie an sehr feuchten Tagen mehr Kühlung wollen, brauchen wir eine Entfeuchtung, eine Klimaanalage bzw. ein anderes System.
So erklärst du’s Kunden
Wir nutzen Ihre vorhandenen Flächen auch zum Kühlen. Das ist sehr angenehm, weil es leise und zugfrei ist. Damit Ihr Boden und Ihre Decke nicht schwitzen, überwacht ein Sensor die Luftfeuchtigkeit. Wenn es draußen sehr schwül ist oder wenn Sie sehr lange lüften, reduziert die Anlage die Kühlleistung automatisch. Das ist ein Schutz, damit keine Feuchteschäden entstehen. Wenn Sie an solchen Tagen trotzdem sehr niedrige Raumtemperaturen wollen, braucht es zusätzlich ein Klimagerät oder eine Entfeuchtung.
Bild: ChatGPT/vO/SBZ Monteur
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Normen
Merke
Flächenkühlung funktioniert, weil wir große Flächen leicht unter Raumtemperatur abkühlen – aber niemals unter den Taupunkt.