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Zwei Praxistage, die Unterricht einfacher machen

1 Wer selbst als Lernender übt, merkt, welche Anleitung taugt und wo ein Schritt fehlt.

2 In Praxisübungen vor Ort trainierten die Lehrer typische SHK-Situationen.

3 Ihr Azubis werdet schneller handlungsfähig, treffsicher in der Diagnose und souverän in der Doku.

Dieser Perspektivwechsel wirkt sofort. Wer selbst als Lernender übt, merkt, welche Anleitung taugt, wo ein Schritt fehlt und wie viel Ruhe entsteht, wenn Ziel, Vorgehen und Nachweis von Anfang an feststehen. Und ja, es war auch mal lustig – denn „auch Lehrer müssen lernen“. Genau das macht die Sache ehrlich und nah an der Praxis.

Für Lehrkräfte bedeutet das spürbar weniger Reden und deutlich mehr Anleiten. Aus einem allgemeinen „Wir wollen verstehen“ wird ein greifbarer Ablauf: einstellen, prüfen, dokumentieren. Das spart Vorbereitung, reduziert Nachfragen und bringt Struktur in Klassen. Bewertungen werden fairer, weil kurze Protokolle und Abnahme-Checklisten zählen, nicht das Bauchgefühl. Einstellwerte werden festgehalten, der Funktionsnachweis passiert am Auslauf, Monitoringdaten werden gesichert. So ist Leistung heute, in drei Wochen und bei der nächsten Klasse nachvollziehbar. Gleichzeitig lernen Lehrkräfte, jeden Auftrag in zwei Tiefen anzubieten: Einsteiger folgen klaren Schritten, Fortgeschrittene bearbeiten denselben Auftrag als Diagnosefall – Ursache finden, belegen, sauber übergeben. Das alles folgt einem einfachen Prinzip, das sich wie ein roter Faden durch die Fortbildung zog: sehen, tun, messen. Erst das Innenleben verstehen, dann die Handgriffe setzen, am Ende die Funktion belegen. Nicht die Absicht zählt, sondern das Ergebnis.

Für euch Azubis ist das der Turbo Richtung Handlungsfähigkeit. Ihr übt nicht nur einzelne Kniffe, sondern komplette Arbeitsabläufe – vom Einstellen bis zum belegten Funktionsnachweis, vom Zerlegen über das Reinigen bis zur kurzen, lesbaren Doku. Statt zu raten („wird schon passen“) arbeitet ihr systematisch: Vermutung, Messung, Anpassung, Kontrolle. Das bringt Routine, spart auf der Baustelle Zeit und sitzt in der Prüfung. Messen, Inbetriebnahme, Fehlersuche und Dokumentation sind dort Standard – ihr trainiert genau das. Auch Hygiene und Sicherheit werden konkret: Spülintervalle, Desinfektionszeiten und Monitoringstände sind überprüfbare Zustände, die verantwortlich eingestellt und belegt werden – besonders wichtig in Schulen, Kliniken und öffentlichen Gebäuden. Erfolg heißt dann nicht nur „es läuft“, sondern „es läuft – und wir können es nachweisen“. Ganz nebenbei stärkt die saubere Doku eure Übergabekompetenz: Wer klare Protokolle führt, kann Arbeit übergeben, vertreten und im Team verlässlich mitspielen.

Damit diese Wirkung im Unterricht ankommt, wurden die Praxisübungen vor Ort von den Lehrkräften selbst durchgespielt und anschließend in klare Unterrichtsaufträge übersetzt. In schlanken Praxisblöcken trainierten sie typische SHK-Situationen: sinnvolles Einstellen mit belegbarem Funktionsnachweis, ein vollständiger Serviceablauf an einem gängigen Bauteil mit kurzer Doku und eine realistische Abnahmesituation mit gezielter Fehlersuche, klarer Entscheidung und knapper Begründung. Alles mit klarem Ziel, festem Zeitfenster und prüfbarem Ergebnis – genau so, dass es ohne Detailballast 1:1 im Unterricht funktioniert. Und ja: Es durfte auch mal etwas schiefgehen. Das gehört dazu und ist der Moment, in dem man am meisten lernt – für Lehrer wie für Azubis.

Aus diesen Übungen ist eine gemeinsame Sprache entstanden. „Parametrieren“ heißt praktisch „Einstellwerte festlegen“. „Monitoring“ bedeutet „Werte auslesen und sichern“. „Funktionsnachweis“ ist der „Test mit Beleg“. Und „Abnahme“ heißt „prüfen und freigeben – mit kurzer Begründung“. Wenn alle dasselbe meinen, sinken die Rückfragen und die Zeit am Werkstück steigt. Für die Steuerung einer Doppelstunde reicht dann ein einfacher Überblick: Wurde aktiv gearbeitet und geprüft? Liegt ein Funktionsnachweis vor? Gibt es eine kurze, lesbare Doku? Mit der Rückmeldung „erreicht“, „teilweise erreicht“ oder „nicht erreicht“ bleibt Feedback klar, fair und schnell – für Lehrkräfte genauso wie für euch.

Der Nutzen endet nicht im Klassenzimmer. Betriebe und Innungen bekommen Azubis, die geübte Service-Routinen mitbringen, Abnahmen kurz und sauber durchführen und Übergaben eigenständig dokumentieren. Das senkt Rückläufe, spart Patenzeit und stabilisiert Teams. Standardisierte Checklisten und Fotodokumente schaffen vergleichbare Qualität. Weil die Abnahmelogik aus der Schule vertraut ist, gelingt die Einarbeitung im Betrieb zügig – ihr seid schneller produktiv. Unterricht mit erkennbarem Mehrwert öffnet außerdem Türen für Lernaufträge und Materialspenden: Schule und Wirtschaft rücken näher zusammen. Win-win – und zwar messbar.

Unterm Strich zeigt diese Erasmus+-Weiterbildung: Wenn Lehrkräfte selbst in die Lernrolle gehen, Praxis mit Funktionsnachweis koppeln und die Dokumentation schlank, aber belastbar halten, gewinnen alle. Lehrkräfte bekommen mehr Ruhe und Sicherheit in Planung und Bewertung. Ihr Azubis werdet schneller handlungsfähig, treffsicher in der Diagnose und souverän in der Doku – genau das, was die Baustelle braucht. Aus jeder Doppelstunde wird messbare Handlungsfähigkeit. Und wenn beim nächsten Mal jemand fragt, ob Lehrer wirklich noch etwas lernen können, lautet die Antwort: „Ja – und genau deshalb lernt ihr schneller.“

Wie entsteht ein Duschkopf? Einfach mal selbst ausprobieren.

Bild: SBZ Monteur/vO

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Der Praxiswürfel von Grohe ist bereits in vielen Berufsschulen im Einsatz.

Bild: SBZ Monteur/vO

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