Liebe Rabauken,
Künstliche Intelligenz begegnet uns überall. Und ich gebe zu: Manches davon finde ich zweifelhaft, manches witzig – und manches tatsächlich hilfreich. Denn bei all dem Hype um KI ist für mich entscheidend: Hilft mir das im Alltag?
Neulich haben mir die Kollegen von Stiebel Eltron von Theo erzählt. Mein erster Gedanke: Habt ihr einen neuen Mitarbeiter? Die Antwort ist „Jein“. Theo ist nämlich eine KI-Assistenz innerhalb der digitalen Toolbox des Herstellers. Diese kennt der eine oder andere von euch vielleicht. Darin finden sich unter anderem Konfiguratoren, technische Unterlagen und Planungshilfen. Das Problem einer gut gefüllten Werkzeugkiste kennen wir aber alle: Es nützt wenig, wenn das passende Werkzeug irgendwo liegt und man erst danach suchen mus. Und genau da kommt Theo ins Spiel.
Stellt euch vor, ihr steht beim Kunden und braucht eine technische Information. Welche Abmessungen hatte die Wärmepumpe? Wo finde ich das Hydraulikschema? Welche Einstellung verlangt der Regler? Irgendwo steht die Antwort. Also Smartphone raus, Dokument suchen, PDF öffnen, feststellen, dass es die falsche Anleitung war, zurück, nächstes Dokument … herrlich. Genau so wollen wir unsere Zeit verbringen, oder?
Und seien wir ehrlich: Auf der Baustelle sucht man solche Informationen meistens nicht gemütlich. Neben euch steht vielleicht der Kunde, der nächste Termin wartet und der Kollege möchte wissen, ob er mit der Montage weitermachen kann. Dann sind selbst fünf Minuten Sucherei zu viel. Vor allem dann, wenn die gesuchte Information eigentlich längst vorhanden ist – nur eben irgendwo auf Seite 87 einer 140-seitigen Anleitung.
Theo soll genau diese Sucherei verkürzen. Ihr könnt eine Frage per Text oder Sprache stellen. Die KI durchsucht die hinterlegten Informationen und verweist auf passende Unterlagen, Systemlösungen oder weitere Werkzeuge. Und genau da sehe ich einen sinnvollen Einsatz von KI: Sie nimmt uns nicht das Denken ab, sondern im besten Fall einen Teil der Sucharbeit.
Das Prinzip finde ich übrigens spannender als den Namen des jeweiligen digitalen Helfers. Denn technische Dokumentationen werden nicht gerade dünner. Wenn eine KI dabei hilft, genau die Stelle zu finden, die ich gerade brauche, kann das im Arbeitsalltag tatsächlich etwas bringen.
Aber auch hier gilt: Eine KI kann nur mit den Informationen arbeiten, auf die sie zugreifen kann. Und sie muss eure Frage richtig verstehen. Wer schon einmal versucht hat, einem Kollegen am Telefon ein Problem zu erklären, weiß, dass das nicht immer ganz einfach ist. „Das Ding da macht komische Geräusche“ reicht selten für eine vernünftige Diagnose. Je genauer ihr fragt, desto eher bekommt ihr auch eine brauchbare Antwort.
Versteht mich nicht falsch: Ich möchte keine künstliche Intelligenz, die mir erklärt, wie ich meinen Beruf zu machen habe. Ich habe schließlich nicht Anlagenmechanikerin gelernt, damit mir ein Chatbot erzählt, an welchem Ende ich die Zange anfassen soll. Eine KI-Antwort sollte deshalb nie ungeprüft übernommen werden. Am Ende müsst ihr beurteilen, ob eine Information zur Anlage und zum Auftrag passt. Und genau dafür braucht es ein Verständnis, wie die Technik funktioniert.
Vielleicht ist das sogar die wichtigste Lektion beim KI-Hype: Je besser ihr euren Beruf beherrscht, desto besser könnt ihr Werkzeuge nutzen. Denn nur wer selbst weiß, wonach er sucht, erkennt, ob die gefundene Antwort sinnvoll ist.
Wer Theo ausprobieren möchte, findet die Funktion als registrierter Fachpartner in der Toolbox von Stiebel unter www.stiebel-eltron.de/toolbox.
Eure
Sandra Hunke
1 KI durchsucht die hinterlegten Informationen und verweist auf passende Unterlagen, Systemlösungen oder weitere Werkzeuge.