1 Werden deine Erwartungen, nicht erfüllt, ist es vorbei mit dem positiven Denken.
2 Positive Gedanken erzeugen positive Reaktionen, negative Gedanken niemals.
3 Ist der erste Gedanke negativ, wird es schwer sein, auf positiv umzupolen.
Viele deiner Kollegen glauben, dass die innere Einstellung gar nicht so wichtig sei: Schließlich muss die Arbeit erledigt werden, es interessiert doch niemanden, ob du positiv gestimmt und gut drauf bist. Wenn mal was aus dem Ruder läuft, kommt es darauf an, dass man auch dann noch positiv bleibt. Gelingt das dir?
Die rosa-rote Brille?
Du musst auf keinen Fall, immer die rosa-rote Brille aufsetzen. Und auch nicht, krampfhaft danach zu suchen, was bei Problemen positiv ist. Und es heißt erst recht nicht, deinen Kollegen mit einem positiven Gerede auf den Nerv zu gehen. Positive Gedanken kannst du nicht im Internet bestellen. Vieles hängt mit der Erwartungshaltung zusammen. Werden deine Erwartungen, nicht erfüllt, ist es vorbei mit dem positiven Denken. Wie wäre es denn, wenn du die eigenen Erwartungen einfach reduziert? Wenn ein Problem noch gar nicht aufgetreten ist, und du machst dir schon Sorgen, dann bist du ein „Hürden-Seher“.
Sinnvoller ist es, erst einmal ab zu warten, ob es wirklich so schlimm kommt wie angenommen. Zwischen dem freien Ausleben negativer Gefühle und dem Herunterschlucken und Verdrängen gibt es eine Alternative: man nimmt eine Enttäuschung wahr und reguliert sie durch das „Chairperson-Prinzip“. Nach diesem Prinzip macht man sich bei Problemen die innere Einstellung sofort bewusst und du entscheidest dich, „Chancen-Seher“ zu sein. Dadurch bleibst du eigenmächtig und lässt nicht zu, dass Negatives deine Gefühle bestimmt. Es hat sich bewährt, die Gefühle durch Selbstgespräche zu steuern. Man kann sich genauso gut entscheiden, ein Problem oder eine besondere Aufgabe als Herausforderung zu sehen. Dafür gibt es keinen Kippschalter, den man einfach so mal umlegt. Wenn deine Kollegen den positiven Blick verloren haben, ist ein Kraftakt nötig, um selbst optimistisch zu bleiben.
Entscheidend ist, schnell zu erkennen, wann die eigene Stimmung kippt. Es ist wie auf hoher See, wo es darauf ankommt, dass der Kapitän den aufkommenden Sturm schnell erkennt und gleich reagiert. Wer trotz Schwierigkeiten seine innere Programmierung auf Plus schalten kann, darf stolz darauf sein.
„80 zu 20 %“
In 80 % der Fälle läuft bei dir alles glatt, aber das ist dann für dich selbstverständlich. Typisch für Mitarbeiter – sie denken über die 20 %, die Enttäuschungen hervorrufen, so intensiv nach als wären es 80 Prozent. Alles hängt von deiner Frage ab: Wie interpretierst du nun die Situation? Mit welchen Gedanken reagierst du auf plötzlich auftretende Schwierigkeiten bei der Arbeit? Und selbst wenn es schlecht ausgeht, wird die Situation nicht besser, wenn du dich in sie hineinsteigerst. Positive Gedanken erzeugen positive Reaktionen, negative Gedanken niemals. Überlasse ganz bewusst deine Einstellung nicht deiner Laune. Bei negativen Gedanken ist die Früherkennung entscheidend für den weiteren Verlauf. Denn nur in einem frühen Stadium lassen sich deine Gefühle ausbremsen, so wie beim Autofahren, wo du bei geringem Tempo schneller zum Halten kommst. Es ist zwar sinnvoll über Probleme, die belasten, zu reden. Aber du kannst dich auch hineinsteigern und die Situation verschlimmern.
Positive Wörter
Positiv sprechen setzt positives Denken voraus und wird von anspruchsvollen Kunden als sehr wichtig gesehen. Hinter deiner Fachkompetenz steht die positive Ausdrucksweise im Kundengespräch. Wenn es gerade stressig und hektisch zugeht, und es kommt noch ein schwieriger Kunde, ist es nicht einfach, positiv zu denken. Aber gerade dann wirken positive Formulierungen günstig. Die positive Wortwahl kostet nichts und bringt viel. Der Stress bleibt zwar, aber die Kundenkontakte werden angenehmer, die zwischenmenschliche Beziehung wird gefestigt. Bedankt sich ein Kunde am Gesprächsende, hat sich deine Mühe gelohnt. Ein Danke des Kunden an dich ist ein Signal, dass er zufrieden ist. Das ist dein persönlicher Verdienst. Freue dich darüber, genieße das Kompliment, auch ein Trinkgeld zeigt Zufriedenheit deines Kunden.
Worte wirken im Zusammenhang mit deiner Haltung auf die Gefühlsebene des Kunden. Deine Körpersprache setzt Signale: Die Arme verschränkt vor dem Oberkörper wirken meist negativ und man nimmt diese Haltung oft unbewusst ein, wenn die Situation nicht positiv ist. Dein Kunde erkennt die Situation.
Negative Wörter zum Kunden entsprechen oft der Realität, sie beeinflussen Gespräche. Der Kunde ist enttäuscht, ob zu Recht oder nicht. Er beurteilt das Gespräch nach deiner Wortwahl. Um ein negatives Wort zu kompensieren, brauchst du mindestens vier positive Formulierungen.
Dein „aber“ ist eine Blockade
So werden Chancen und gute Ideen ausgebremst. Beispiel: „Ja, das klingt gut, aber da macht der Kunde nicht mit.“ Erwähnt dein Kollege im Gespräch ein „ja, aber…“, kommt immer der Hammer: „Das hört sich gut an, aber wir haben das noch nie so gemacht“. Wenn man „aber“ durch „und“ ersetzt, entsteht eine andere Perspektive. Beispiel: „Ich weiß, das ist nicht einfach und jetzt kommt es darauf an, hierfür eine Lösung zu finden.“ Ob gedacht oder gesagt, dass Wort „aber“ lässt sich in vielen Fällen ersetzen.
Gedanken bieten immer dir die Wahlfreiheit, du kannst mit deinen Gedanken jonglieren, sie einfach verdrehen ergänzen oder hinterfragen. Gedanken beeinflussen das Verhalten stärker als man es wahrhaben will. Denkst du, von einer Aufgabe überfordert zu sein, kommt es tatsächlich dazu. Das alles passiert unbewusst, hole deine Gedanken ins Bewusstsein, dann kannst du sie verändern. Man erfüllt sich das, was man vorausgesagt hat. Es ist viel einfacher, kritisch zu sein, alles zu hinterfragen und zu einem negativen Ergebnis zu kommen. Schon das Problemdenken schadet dem positiven Gedankenfluss. Der erste Gedanke ist wichtiger als die folgenden. Ist der erste Gedanke negativ, wird es schwer sein, auf positiv umzupolen.
Bild: Rolf Leicher
Der Pessimist sagt: „Es könnte möglich sein, aber es ist schwierig“. (Hürden-Seher)
Der Optimist sagt: „ Es könnte schwierig sein, aber es ist möglich“. (Chancen-Seher)
Mit negativen Gedanken richtig umgehen