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Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Es ist paradox: Wer körperlich hart arbeitet, hat es meist schwer, einen günstigen Anbieter für eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden. Dabei ist es sinnvoll, sich bereits als Azubi mit dem Thema auseinanderzusetzen, denn in jungen Jahren sind die Beiträge meist noch niedrig.

Wozu dient eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) soll das Einkommen absichern für den Fall, dass jemand in seinem ausgeübten Beruf nicht mehr arbeiten kann. Dann zahlt sie eine monatliche Rente. Gezahlt wird, wenn Versicherte sechs Monate oder länger berufsunfähig sind oder voraussichtlich sein werden. Im Gegensatz zur gesetzlichen Erwerbsunfähigkeitsrente muss man nicht komplett berufsunfähig sein. Es reicht, mindestens 50 Prozent seiner Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls zu verlieren.

Alternative 1: Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung, kurz EU, ähnelt der BU. Die Gesundheitsprüfung ist ähnlich detailliert, für Interessenten mit Vorerkrankungen ist sie daher nicht unbedingt eine gute Alternative. Eine anonyme Risikovoranfrage durch einen Versicherungsmakler ist aber eine gute Möglichkeit, die Höhe des Versicherungsbeitrags herauszufinden. Die EU zahlt unter zwei Bedingungen: Der Versicherte kann nur noch weniger als drei Stunden pro Tag arbeiten oder der Versicherte kann weder im zuletzt ausgeübten Beruf noch in einem anderen Job arbeiten.

Alternative 2: Grundfähigkeitsversicherung

Die Grundfähigkeitsversicherung deckt grundlegende Fähigkeiten wie Sehen, den Gebrauch von Händen oder Bücken und Knien ab. Auch manche schwerwiegenden psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Gedächtnisstörungen sind enthalten, allerdings meist nicht im selben Umfang wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung. Wer also eine oder mehrere seiner Grundfähigkeiten verliert, erhält eine monatliche Rente. Allerdings entscheidet jeder Versicherer anders darüber, was es heißt, die Grundfähigkeit zu verlieren. Einige Unternehmen akzeptieren bereits einen Verlust der Sehfähigkeit von 30 Prozent, andere zahlen erst bei der vollständigen Erblindung. Das macht den Vergleich der Tarife besonders schwierig. Ein Versicherungsmakler, der die Tarife und Bedingungen vergleichen und das beste individuelle Angebot herausfinden kann, ist hier hilfreich.

Alternative 3: Dread-Disease-Versicherung

Die Dread-Disease-Versicherung zahlt ausschließlich bei schweren Krankheiten, etwa Schlaganfall, Herzinfarkt oder eine Krebserkrankung. Versicherte erhalten zudem keine Rente, sondern eine Einmalzahlung. Dafür ist für die Auszahlung ausschließlich die Diagnose wichtig, ob man arbeitsfähig ist oder nicht, wird nicht geprüft. Das heißt aber auch: Ist eine Krankheit nicht versichert, gibt es auch kein Geld. Ausgeschlossen sind in der Regel psychische Erkrankungen oder chronische Skeletterkrankungen. Meist gibt es zudem eine Karenzzeit, das heißt eine Wartezeit zwischen Diagnose und Geldauszahlung. Diese kann bis zu einigen Monaten dauern.

Alternative 4: Multi-Risk-Versicherung

Ebenfalls eine mögliche Alternative zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Multi-Risk-Versicherung. Sie wird auch Funktionsinvaliditätsversicherung oder Multirente genannt und kombiniert verschiedene Versicherungen. Auf diese Weise soll die Multi-Risk-Versicherung unterschiedliche Risiken abdecken. Dazu gehören: Behinderungen nach Unfällen, schwere Krankheiten, Pflegebedürftigkeit oder den Verlust grundlegender Fähigkeiten. Das suggeriert einen sehr umfassenden Schutz, doch oft sind die Hürden, die die Versicherten nehmen müssen, um die Leistung von der Multi-Risk-Versicherung einzufordern, sehr hoch. Denn die Unternehmen zahlen erst bei schweren und dauerhaften Beeinträchtigungen und dann sind die Leistungen meist schlechter als bei spezialisierten Versicherungen.

Alternative 5: Unfallversicherung

Eine private Unfallversicherung zählt für Viele ebenfalls zu den möglichen Alternativen für eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie deckt jedoch nur einen speziellen Teil des Risikos ab: Unfälle. Krankheiten sind nicht im Versicherungsumfang enthalten. Auch muss der Unfall zu einem dauerhaften Gesundheitsschaden führen. Erst dann zahlt die Versicherung. Dabei handelt es sich in der Regel um eine Einmalzahlung. Für Selbstständige kann sich eine private Unfallversicherung lohnen, wenn kein gesetzlicher Unfallversicherungsschutz besteht. Auch für Menschen mit gefährlichen Hobbys oder auch Hausmänner und -frauen bietet die Unfallversicherung zumindest eine finanzielle Unterstützung im Fall der Fälle.

Wenn der „gelbe Schein“ nicht mehr reicht, muss eine Versicherung den Einkommensverlust wettmachen – nur welche?

Bild: U. J. Alexander - stock.adobe.com

Wenn der „gelbe Schein“ nicht mehr reicht, muss eine Versicherung den Einkommensverlust wettmachen – nur welche?

1 Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) soll das Einkommen absichern für den Fall, dass jemand in seinem ausgeübten Beruf nicht mehr arbeiten kann.

2 Die Grundfähigkeitsversicherung deckt Fähigkeiten wie Sehen, den Gebrauch von Händen oder Bücken und Knien ab.

3 Eine private Unfallversicherung deckt nur einen speziellen Teil des Risikos ab: Unfälle.

Autorin

Dörte Neitzel
arbeitet als Diplom-­Volkswirtin und freie Autorin an Wirtschafts- und ­Managementthemen.

D. Neitzel

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