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Die Monteurin

Weiblich und erfolgreich

Mit der Stellenausschreibung fängt es an. Gesetzlich ist vorgeschrieben, dass neben der offenen Stelle m/w/d (männlich, weiblich, divers) steht. Obwohl das weibliche Geschlecht angesprochen wird, melden sich nur wenige Bewerberinnen. Die Monteurin bleibt also eine Ausnahme. Ist der Beruf für Frauen nicht interessant? Um den Kreis weiblicher Bewerbungen zu erhöhen, kann der Stellenanbieter gezielt Frauen ansprechen. Deshalb sollte der Chef „Schnuppertage“ anbieten, um weibliche Bewerber zu erreichen. Frauen-Power soll nicht nur ein Schlagwort sein. Firmen müssen sich schon ein wenig umstellen, wenn sie Frauen ins Team aufnehmen und eine professionelle Ausbildung im Betrieb anbieten, damit die neu Eingestellte zeitnah den gewünschten Anforderungen entspricht.

Gleichberechtigung ist ein wichtiges Thema, Zustimmung hierzu gibt es überall. Enttäuschend ist aber, dass auf der Homepage der Firmen dann doch nur Männer abgebildet werden. Und in der Anrede, oder in Texten und Formularen wird meist die männliche Anrede bevorzugt, von „Gendern“ (Monteur/Monteurin) keine Spur. Am Monteur liegt es bestimmt nicht, er akzeptiert eine Kollegin, hat keine Vorurteile und freut sich auf die Zusammenarbeit mit ihr.

Durch entsprechendes Auftreten und Verhalten können Monteure auch Frauen aus dem privaten Umfeld ansprechen und für den Beruf begeistern.

Typisch männlich

Im Arbeitsalltag gibt es gelegentlich noch die „Geschlechterbrille“, weibliches Auftreten, das passt nicht immer in ein Raster, gerade bei älteren Kollegen. Dabei müsste das Raster geändert werden, nicht die Kollegin steht „im Weg“, sondern die unzutreffende Meinung zu ihrer Leistungsfähigkeit. Die Bedenken männlicher Kollegen, dass Frauen wenig Verständnis für Technik haben, ist unbegründet und veraltet. Manche Mitarbeiter machen unbewusst den Fehler, dass sie mit einer Kollegin anders reden als mit einem Kollegen. Eine neue Kollegin will nicht mit Samthandschuhen angefasst werden, will keine Sonderbehandlung.

Kritisch kann es werden, wenn die Kollegin im Job mehr Erfolg hat als der ehrgeizige Kollege, wenn sie besser motiviert ist und genauso oder besser zupackt.

Weil sich die Erwartungen zwischen Frauen und Männern unterscheiden, wird gleiches Verhalten ungleich beurteilt. Während sich ein Mann im Team „Gehör verschafft“, gilt eine Frau als „vorlaut“. Bei ihm heißt es, „er lässt Dampf ab“, bei ihr „sie verliert die Nerven“. Er handelt „strategisch“, sie „berechnend“. Ein Mann geht in seinem Beruf auf, eine Frau vernachlässigt die Familie.

Typisch weiblich

Gelegentlich behindern sich Frauen im Job durch Selbstzweifel, sie vermuten, dass sie den Beruf nicht schaffen, dass sie überfordert sind oder nicht anerkannt werden. Sie glauben, die Zusammenarbeit in der Männerdomäne sei mit Schwierigkeiten gepflastert.  Sie haben Selbstzweifel und das Gefühl, sie seien weniger kompetent und leistungsfähig. Frauen präsentieren sich weniger offensiv, während Männer ihre Erfolge bei der täglichen Arbeit besser in den Vordergrund stellen. Die Bedenken führen dann leicht dazu, dass man sich für einen anderen Job entscheidet.

Frauen besitzen eine ausgeprägte Teamfähigkeit und sind ehrgeizig. Einfühlungsvermögen, Intuition und andere weibliche Eigenschaften sind eine Bereicherung im männlichen Arbeitsteam.

Obwohl sich die Unterschiede im Kommunikationsstil in den letzten Jahren stark abgeschwächt haben, gibt es typische geschlechtsspezifisch Eigenschaften, auch beim Personal im Büro:

Ansprechpartner: Kunde oder Kundin?

Im Gespräch mit Privatkunden bevorzugt der Monteur meist den Ehemann, besonders wenn es um die Abnahme geht, um die Technik. Auch bei der Unterschrift zeigt es sich, dass der Ehemann dazu aufgefordert wird. Die Kommunikation zeigt immer noch die alten Vorurteile. In der Kundendatei sind oft die Kunden erwähnt. Wo heute beide Geschlechter stehen müssten, steht nur der Kunde. Auch auf dem Auftrag steht oft nur der männliche Ansprechpartner im Kundenhaushalt.

Frauen stehen ihren Mann

Frauen sind für die Herausforderungen sehr gut aufgestellt, sie besitzen eine ausgeprägte Teamfähigkeit und sind ehrgeizig. Sie sind sehr schnell in der Lage, sich auf neue Gegebenheiten einzustellen, Änderungen im Arbeitsablauf zu akzeptieren. Frauen im Team sind auch deshalb wichtig, weil damit die unterschiedlichen Arbeitsweisen der Geschlechter optimal kombiniert werden können. Erfolgserlebnisse und Freude an der Arbeit im Team sind die Treiber für gute Arbeitsergebnisse. 

Für einen erfolgreichen Betrieb spielt das Geschlecht der Alltagshelden keine Rolle. Die Hauptsache ist, es gibt sie!

Bild: lassedesignen – stock.adobe.com

Für einen erfolgreichen Betrieb spielt das Geschlecht der Alltagshelden keine Rolle. Die Hauptsache ist, es gibt sie!

Autor

Dipl.-Betriebswirt Rolf Leicher
ist Fachautor und Referent. Telefon: (0 62 21) 80 48 82

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