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Azubi-Gehälter steigen – SHK bleibt unter dem Durchschnitt

Männliche Azubis werden im Handwerk nach wie vor besser bezahlt.

Bild: Kzenon - stock.adobe.com

Männliche Azubis werden im Handwerk nach wie vor besser bezahlt.

Im Jahr 2025 lag die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung bei 1209 Euro pro Monat. Das sind 6,7 % mehr als die 1133 Euro des Vorjahres – und schon damals sprach das Bundes­institut für Berufsbildung (BIBB) von einem Rekord­anstieg.

Allerdings sind die Ausbildungsgehälter nicht in allen Berufen gleich stark gestiegen. Deutlich mehr bekommen beispielsweise Dachdecker/innen und Glaser/innen. In anderen Berufen hat sich dagegen kaum etwas getan. Das betrifft vor allem Berufe, in denen die Ausbildungsvergütungen bereits vergleichsweise hoch waren.

Das BIBB erfasst die Vergütungen für 171 Ausbildungsberufe im Handwerk, in Industrie und Handel, im öffentlichen Dienst, in der Landwirtschaft und in einigen freien Berufen. Berücksichtigt werden allerdings nur Ausbildungsvergütungen, die sich aus Tarifverträgen ergeben. Individuell zwischen Betrieb und Azubi vereinbarte Gehälter fließen nicht in die Statistik ein.

Azubi-Gehälter im Handwerk eher unterdurchschnittlich

Die gute Nachricht: Besonders niedrige tarifliche Ausbildungsvergütungen von weniger als 900 ­Euro pro Monat gibt es nur noch in einem Ausbildungsberuf. Friseur-Azubis kommen durchschnittlich auf 727 Euro. Im vergangenen Jahr lagen noch vier Berufe unter der 900-Euro-Marke.

Zu den weiterhin eher schlecht bezahlten Auszubildenden gehören Boden- und Parkettleger/innen. Über alle drei Ausbildungsjahre hinweg erhalten sie im Schnitt 950 beziehungsweise 943 Euro pro Monat.

Auch wenn viele Handwerksberufe bei der Ausbildungsvergütung unter dem Gesamtdurchschnitt liegen, gibt es Ausnahmen. In fünf Handwerksberufen, die alle zum Baubereich gehören, beträgt die durchschnittliche Vergütung mehr als 1300 Euro. Dazu zählen Zimmerer, Maurer, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Beton- und Stahlbetonbauer sowie Straßenbauer.

SHK-Azubis bleiben im unteren Drittel

Als Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik liegt ihr mit durchschnittlich 1021 Euro pro Monat weiterhin im unteren Drittel der ausgewerteten Berufe. Gegenüber den 967 Euro des Vorjahres entspricht das einem Plus von 5,5 % – und damit einem unterdurchschnittlichen Anstieg.

Die tarifliche Ausbildungsvergütung beträgt im ersten Ausbildungsjahr durchschnittlich 927 ­Euro, im zweiten Jahr 986 Euro und im dritten Jahr 1071 Euro. Im vierten Ausbildungsjahr steigt sie auf 1140 Euro.

Mit dem Boom der Wärmepumpen rückt auch der Beruf Mechatroniker/in für Kältetechnik stärker in den Fokus. Bei der Ausbildungsvergütung liegt er nahezu gleichauf mit dem SHK-Handwerk. Im Durchschnitt aller Ausbildungsjahre kommen die Azubis auf 1026 Euro monatlich. Im ersten Lehrjahr sind es 933 Euro, im zweiten 985 Euro, im dritten 1080 Euro und im vierten 1156 Euro.

Je nach Bundesland gibt es Unterschiede

Auch der Wohn- beziehungsweise Ausbildungsort spielt beim tariflichen Azubi-Gehalt eine ­Rolle. Unter den Bundesländern liegt Baden-­Württemberg weiterhin vorn: Dort beträgt die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung 1257 Euro. Auf Platz zwei folgt Hamburg mit 1224 Euro.

Am niedrigsten sind die tariflichen Ausbildungsvergütungen in Rheinland-Pfalz mit durchschnittlich 1186 Euro und Nordrhein-Westfalen mit 1185 Euro. Abgesehen von Baden-­Württemberg fallen die regionalen Unterschiede allerdings relativ gering aus. Sie betragen höchstens rund drei Prozent und bewegen sich innerhalb eines Korridors von etwa 40 Euro.

1 Besonders niedrige tarifliche Ausbildungsvergütungen von weniger als 900 Euro pro Monat gibt es nur noch in einem Beruf.

2 Als Anlagenmechaniker/in liegt ihr mit durchschnittlich 1021 Euro pro Monat im unteren Drittel der ausgewerteten Berufe.

Durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütungen in baulichen Handwerksberufen 2025 (Quelle: BIBB, bundesweite Daten)

Autorin

Dörte Neitzel
arbeitet als Diplom-­Volkswirtin und freie Autorin an Wirtschafts- und ­Managementthemen.

D. Neitzel

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