Du kommst bei einer Aufgabe in der Berufsschule nicht weiter, und ein anderer Azubi erklärt dir seinen Lösungsweg. Oder ein Kollege gibt dir einen Tipp, mit dem dir eine Montage leichter fällt. Solche Kontakte sind im Berufsalltag viel wert. Wenn du sie bewusst aufbaust und pflegst, nennt man das Netzwerken, auf Englisch „Networking“. Im Austausch erfährst du, wie andere arbeiten, und lernst dazu. Das kann dir während der Ausbildung und später im Beruf helfen.
So knüpfst du Kontakte
Dein Netzwerk beginnt oft dort, wo du ohnehin unterwegs bist: in der Berufsschule, bei der überbetrieblichen Ausbildung oder auf einer Schulung. Dort triffst du Azubis und Fachleute aus anderen Betrieben. Auch eine Fachmesse bietet Gelegenheiten, ins Gespräch zu kommen. Wenn dich ein Beitrag in einer Fachzeitschrift beschäftigt, kannst du dich mit einer Frage oder Rückmeldung an die Redaktion wenden. Speichere die Kontaktdaten von Menschen, mit denen du in Verbindung bleiben möchtest. Eine kurze Notiz dazu, wo ihr euch kennengelernt und worüber ihr gesprochen habt, hilft dir beim nächsten Gespräch.
Persönliche Gespräche und der Austausch online ergänzen sich. Bei einem Treffen lernst du dein Gegenüber kennen; mit einer Nachricht kannst du später an das Gespräch anknüpfen. Entscheidend ist, dass du Interesse am anderen zeigst. Frag nach seinen Erfahrungen und höre zu. Wer sich nur meldet, wenn er etwas braucht, macht es anderen schwer, Vertrauen aufzubauen. Auch als Azubi kannst du etwas beitragen: Vielleicht kennst du eine hilfreiche Lernunterlage oder kannst erklären, wie du dich auf eine praktische Aufgabe vorbereitet hast. Gegenseitige Hilfe hält den Austausch lebendig.
Für den ersten Kontakt reicht eine kurze, freundliche Vorstellung. Sag, wie du heißt, in welchem Ausbildungsjahr du bist und was dich gerade interessiert. Du musst noch kein Experte sein. Eine konkrete Frage schafft einen guten Einstieg, etwa: „Wie bereitest du dich auf die praktische Prüfung vor?“ Oder: „Hast du das schon einmal montiert?“ Erzähle auch, womit du dich in deinem Betrieb beschäftigst und was dir liegt. Meldet sich jemand bei dir, nimm dir ebenfalls Zeit für seine Fragen. Aus einem ersten Austausch kann mit der Zeit ein verlässlicher beruflicher Kontakt werden.
Ein persönliches Treffen macht den Einstieg häufig leichter. Du musst dafür nicht besonders schlagfertig sein. Ein Gespräch über die letzte Schulung, den Berufsschulunterricht oder den Arbeitsalltag kann schon genügen. Solche lockeren Gespräche nennt man „Small Talk“. Sie helfen euch, Gemeinsamkeiten zu entdecken. Zeige Anerkennung, wenn dir jemand etwas gut erklärt oder von einer gelungenen Arbeit erzählt. Du musst dabei nicht jeder Meinung zustimmen. Ehrliche Rückfragen bringen euch weiter. Bei einem ersten Gespräch sind Themen, die leicht Streit auslösen, etwa politische Auseinandersetzungen, meist kein guter Einstieg.
Kontakte zu knüpfen lässt sich üben, auch wenn du eher zurückhaltend bist. Nimm dir zunächst ein kurzes Gespräch vor und lass deinem Gegenüber Zeit zu antworten. Gute Beziehungen entstehen über mehrere Begegnungen. Später kann auch ein gemeinsames Hobby Thema werden, wenn ihr beide darüber sprechen möchtet. Suche außerdem den Austausch mit älteren Kolleginnen und Kollegen. Ihre Erfahrung kann dir helfen, Arbeitsabläufe besser zu verstehen. Umgekehrt interessieren sie sich vielleicht dafür, wie du heute in der Ausbildung lernst.
Was beim Netzwerken hilft
Kontakte online pflegen
Nach einer Schulung oder einem Messebesuch lässt sich der Kontakt mit einer kurzen Nachricht fortsetzen. Beziehe dich auf euer Gespräch, damit dein Gegenüber dich einordnen kann. Vielleicht schickst du die versprochene Information oder bedankst dich für einen hilfreichen Hinweis. Auch Gruppen und Foren rund um Ausbildung und SHK-Themen können dir Gelegenheit zum Austausch bieten. Schau darauf, ob die Themen zu dir passen und die Mitglieder respektvoll miteinander umgehen. Beteilige dich mit Fragen und eigenen Erfahrungen. Eine große Zahl gespeicherter Kontakte sagt wenig darüber aus, wie gut euer Austausch tatsächlich funktioniert. Aus einem Kontakt online kann später auch ein persönliches Treffen entstehen.
So wirkst du glaubwürdig
Wie andere dich wahrnehmen, prägt sich durch viele kleine Dinge. Hörst du zu? Meldest du dich zurück? Hältst du eine Zusage ein? Aus solchen Erfahrungen entsteht dein Ruf, häufig auch „Image“ genannt. Du kannst ihn durch dein Verhalten beeinflussen. Wenn du zuverlässig und freundlich auftrittst, erleichtert das den nächsten Kontakt. Zeige, was du kannst und wofür du dich interessierst. Bleib dabei ehrlich und so, wie du bist.
Gerade in der Ausbildung sind Wissenslücken normal. Wenn du eine Frage nicht beantworten kannst, sag das offen. „Das weiß ich noch nicht. Ich frage im Betrieb nach“ ist eine brauchbare Antwort. Versprichst du eine Rückmeldung, solltest du sie auch geben. So zeigst du, dass man sich auf dich verlassen kann. Und wenn dir jemand einen Tipp für die Arbeit gibt, kannst du mit deinem Ausbilder besprechen, ob er zu eurer konkreten Aufgabe passt.
Zwölf Tipps für dein Netzwerk
- Bedanke dich für Empfehlungen von anderen.
- Gehe mit einer offenen, positiven Einstellung auf andere zu.
- Pflege deine Kontakte wie eine Freundschaft.
- Rede weniger und höre aufmerksam zu.
- Erzähle kurze Erlebnisse aus deinem Alltag, damit du in Erinnerung bleibst.
- Bleib du selbst und zeige, was dich ausmacht.
- Denk daran: Tipps zu geben und anzunehmen gehört gleichermaßen dazu.
- Finde Gemeinsamkeiten. Das verbindet.
- Baue dein Netzwerk auf, bevor du es brauchst.
- Lerne durch deine Kontakte andere Sichtweisen kennen.
- Baue dir einen Kreis von Menschen auf, die sich regelmäßig austauschen.
- Pflege lieber zwei gute Kontakte als 20 oberflächliche.
Dein Netzwerk im Berufsalltag
Wenn du dich mit anderen austauschst, musst du manche Schwierigkeit nicht allein lösen. Vielleicht beschäftigt euch dieselbe Aufgabe im Unterricht, oder ihr sucht nach einem guten Umgang mit schwierigen Kunden. Zu hören, wie andere eine Situation erlebt und gelöst haben, kann dir neue Ideen geben. Neben Azubis und Berufskollegen können auch Ansprechpartner bei Lieferanten, Kunden oder Fachredaktionen zu deinem beruflichen Netzwerk gehören. Je nach Aufgabe kommen Kontakte zu Behörden hinzu. Fang mit den Menschen an, die dir in deinem Ausbildungsalltag begegnen. Wenn ihr euch gegenseitig unterstützt und in Verbindung bleibt, kann dein Netzwerk mit dir wachsen.
Quelle und Literaturempfehlung: Petra Polk, „Erfolg mit Networking“, Haufe Verlag.
Bild: ChatGPT/SBZ Monteur
1 Dein Netzwerk beginnt oft dort, wo du ohnehin unterwegs bist: in der Berufsschule, bei der überbetrieblichen Ausbildung oder auf einer Schulung.
2 Kontakte zu knüpfen lässt sich üben, auch wenn du eher zurückhaltend bist.
3 Wenn du dich mit anderen austauschst, musst du manche Schwierigkeit nicht allein lösen.